
| Finden Archäologen unterirdischen Gang? |
von Angela Stegemann
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Als Hans Kowalke las, dass an der Baustraße eine Seniorenwohnanlage entsteht, kamen bei ihm Kindheitserinnerungen hoch. „Ich bin 1946 nach Pasewalk gekommen“, erzählt er. Da lernten er und seine Mitschüler bei Lehrer Holz, dass von St. Nikolai ein unterirdischer Gang bis zu St. Marien führt. Hat der Lehrer Geschichtchen erzählt, um die Kinder aufzuheitern? Diese Frage kann gegenwärtig nicht beantwortet werden.
Aber Hans Kowalke glaubt fest an die Ehrlichkeit seines Lehrers und erinnerte sich wieder daran, als nach dem Krieg ein Autohändler seine Werkstatt auf dem Gelände hatte, auf dem sich später die Feuerwehr und jetzt der Technische Dienst der Stadt befinden. „Da brach eines Tages einfach so ein Auto ein“, weiß der Leser. Da war sie wieder da, die Erinnerung an den unterirdischen Gang.
Erste Ergebnisse nächste Woche
Jetzt hofft Hans Kowalke auf die Archäologen. „Bis jetzt haben wir noch keine Hinweise gefunden“, sagte Stefan Rahde, der im Auftrag des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege die Grabungen betreut. Bislang habe es einen ähnlichen Fund in der Region nur in Strasburg gegeben, erinnert der Fachmann. Noch sind die Archäologen ja auch erst am Anfang. Mitte der nächsten Woche sollen erste Ergebnisse vorliegen. Die könnten interessant werden, auch wenn man keinen Gang findet, kündigt Stefan Rahde an.
Hans Kowalke weiß aber noch mehr zur Geschichte des Standortes zu erzählen. Wie bereits berichtet, nutzten mehrere Betreiber den großen Saal im abgerissenen Gebäudekomplex u.a. als Vergnügungssaal und Tanzlokal. Letzter Betreiber war Bernd Günter, der nach der Enteignung 1945 in den Westen ging. Eine Zeit nach dem Krieg bewirtschafteten die Brüder Horst den Saal noch. Denn ihr Kaufhaus an der damaligen Kreuzung Kleine Kirchenstraße/Ecke Ueckerstraße wurde im Krieg zerstört. 1951 war Schluss. Auch die Familie ging in den Westen. Nun warten die Schüler von damals gespannt darauf, ob ihr Lehrer ihnen Märchen aufgetischt hat oder nicht.
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