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Das jüngste „Schulkind“ wird zehn

VonAngela Stegemann

Nach einer
schweren Geburt wird Pasewalks evangelische Nikolaischule zehn Jahre alt. Das muss doch gefeiert werden!

Pasewalk.Was wollen die Pasewalker –eine evangelische Grundschule? Wie soll das funktionieren? Nehmen sie nicht den anderen die Schüler weg? Mehr Fragen als Antworten. Manfred Hojczyk, damals Pfarrer in Pasewalk und später der erste Vorsitzende des Fördervereines, kann sich an die Anfänge sehr gut erinnern. Zu ihm waren zwei Lehrerinnen gekommen, darunter die erste Schulleiterin Anja Hartmann. Ihnen schwebte die Idee vor, eine solche Schule zu gründen. Der Pfarrer hatte gemischte Gefühle. „Von der einen Seite her ist das eine tolle Sache. Aber das ist natürlich auch mit Risiken verbunden. Wo kriegt man Geld und Leute her?“ Auch nicht alle Stadtvertreter waren begeistert. Doch der Traum wurde verwirklicht. Das Team ging Klinkenputzen, suchte Sponsoren. Ein der Stadt gehörender Schulpavillon in der Baustraße wurde die erste Bleibe. Eltern der künftigen Schüler halfen die Räume zu renovieren, reparierten Türen. Auf den letzten Drücker kam die Genehmigung des Landes. Am 18. August 2003 begann der Unterricht mit 14 Mädchen und Jungen. Anja Hartmann und ihre Kollegin Jeanette Voigt hatten alle Hände voll zu tun.
Vor allem der Unterricht in den kleinen Klassen begeisterte die Eltern. Der Zulauf nahm kein Ende. Das Bildungsministerium erteilte die Genehmigung, mit dem Beginn des Schuljahres 2007/2008 auch fünfte und sechste Klassen unterrichten zu dürfen. Doch der kleine Pavillon platzte aus allen Nähten. Ein leerstehendes Schulgebäude an St. Marien wurde anvisiert. Um das finanzieren zu können, liefen Schüler für Sponsorengelder Runden. Doch das erwies sich als eine Nummer zu groß. Die Tatsache, dass das Picht-Gymnasium mit weniger Schülern dastand und Teile des Anbaus frei wurden, erwies sich für die Schule als ein Glücksfall. Mit 83 Kindern begann dort 2008 der Unterricht.
2010 gab Anja Hartmann die Leitung der Schule an ihren Mann Jörg ab. Da waren es schon 105 Schüler. Ein Jahr später sorgten Förderverein und die Eltern dafür, dass ein neuer Spielplatz eingeweiht werden konnte.
Inzwischen ist die Zahl der Kinder auf 120 angewachsen. Eltern melden mittlerweile ihre Sprösslinge an, wenn sie noch im Kinderwagen liegen. 23 Mädchen und Jungen werden eingeschult. 37 Anmeldungen gab es, erzählt Jörg Hartmann. Mehr geht nicht.
Die zehnjährige Erfolgsgeschichte soll am Sonnabend mit einem Fest auf dem Marktplatz gefeiert werden. Unter dem Motto „Alle unter einem Dach“ engagieren sich dabei neben der Schule die Junge Gemeinde, die Kirchengemeinde, die Kita „Kinderhaus am Pulverturm“ und der Diakonie-Pflegedienst
St. Spiritus. Der Tag beginnt um 11 Uhr mit einem Gottesdienst in St. Marien. Um 13 Uhr startet das Fest auf dem Markt. Es gibt Kesselgulasch und Bratwurst. Für Getränke sorgt das „Ratzi“. Die Schüler führen ein Musical auf und zeigen mit der Musikschule Egert ihr Können. Die Mitarbeiter der Schule studierten ein Märchen ein. Kita-Kinder und Kantorei führen ein Programm auf. Auch Pfarrer Hojczyk kommt aus Strasburg herüber.

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