Der Neue Markt ist richtig schön geworden

Ole Schwarz darf an seinem 10. Geburtstag das Band zum Neuen Markt mit Bürgermeister Rainer Dambach (links) und dem Krackower Bauunternehmer Ulrich Nikolaus durchschneiden.
Ole Schwarz darf an seinem 10. Geburtstag das Band zum Neuen Markt mit Bürgermeister Rainer Dambach (links) und dem Krackower Bauunternehmer Ulrich Nikolaus durchschneiden.

VonAngela Stegemann

Nach anderthalb Jahren Bauzeit ergreifen die Pasewalker wieder Besitz von ihrem Neuen Markt.
Nun wird dieser seinem Namen wirklich gerecht.

Pasewalk.Diesen Augenblick wird Ole Schwarz wohl sein ganzes Leben lang nicht vergessen! Er war es, der mit Bürgermeister Rainer Dambach und Ulrich Nikolaus, dem Chef der Krackower Straßen- und Tiefbaugesellschaft Ernst Röwer, das blau-weiße Band durchschneiden durfte. Der Grund: Ole wurde zehn Jahre. Mit seinem Papa wollte er an seinem Geburtstag das Fest unbedingt miterleben.
Als der Junge geboren wurde, da gestalteten die Bauleute gerade den Marktplatz um. Der benachbarte Neue Markt war als letzte große Aktion zu DDR-Zeiten noch 1989 entstanden. Damals zwar zeitgemäß, aber alte Bausubstanz musste dafür weichen. Seitdem bestimmen Plattenbauten um den Platz das Gesicht. Von Erichs letzter Rache reden die Pasewalker. Gleich nach der Wende wurde auch der Trinkende, ein Wasserspiel, abgeschaltet. Er verbrauchte zu viel Wasser. Auf den Hochbeeten vor den Geschäften wucherten Pflanzen so hoch, dass sie keinen Blick in die Geschäfte zuließen.
Die unsanierten Plattenbauten strahlen zwar immer noch ihren alten DDR-Charme aus, aber der neue Platz ist richtig schön geworden. Das findet auch Inge Schultz. Die 1938 in der Stadt geborene Pasewalkerin erlebte schon 1989 die Einweihung des Geländes mit. „Aber jetzt ist er schöner als vorher“, findet sie. Vor allem die vielen mit Blumen bepflanzten Flächen gefallen ihr. Gemeinsam mit ihrer Tochter Karin Thurmann wünscht sie sich, dass die Leute das Geschaffene auch achten und pflegen. Denn zwischen den Frühlingsblühern wurden bereits erste Kaffeebecher und Papier gesichtet. „Das kann die Stadt nicht alleine. Da muss jeder ein wenig drauf achten“, meint Karin Thurmann.
Immerhin wurden insgesamt rund 7000 Quadratmeter Fläche umgestaltet. Bis die Pasewalker und die vielen Gäste von außerhalb allerdings ihren Platz wieder einweihen konnten, verging einige Zeit. Bevor im September 2011 die Bauarbeiten begannen, gab es bereits Schwierigkeiten mit den Finanzen. Nach langem Hin und Her hielt die Stadt es dann schwarz auf weiß in den Händen: Von den rund 1,5 Millionen Euro Umbaukosten wurde rund die Hälfte gefördert, der Rest kommt aus der Stadtkasse. Die Öffentlichkeit befand lange vor dem Beginn der Bauarbeiten die Pläne der Berliner Landschaftsarchitektin Dagmar Kahlert für gut. Das Planungsbüro Neuhaus und Partner hatte den Hut auf. Die Stadtwerke sorgten für neue Leitungen unter der Erde. Die Firma Schade plante die Elektroanlagen, die
Firma Haß setzte das um.
Die Mitarbeiter des Gartencenters Zimmermann brachten die vielen Blumen in die Erde.
„Ein Platz mit einer hohen Aufenthaltsqualität“, findet auch der Bürgermeister. Während die Erwachsenen auf den Bänken sitzen, können die Kinder spielen. Der Trinkende wurde wieder in ein Wasserspiel integriert. Parken kann man auf dem
Platz. Auch Rollator- und
Rollstuhlfahrer gelangen problemlos über den Neuen Markt. Bleibt zu hoffen, dass der Platz diesmal länger hält als 22 Jahre.

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