Nordkurier.de

Der Spatz liebts chaotisch, die Meise mag’s eher elegant

Da staunen die Drei- bis Sechsjährigen. Die Vögel sind zwar nur ausgestopft, aber man kann gut lernen, wie sie heißen.
Da staunen die Drei- bis Sechsjährigen. Die Vögel sind zwar nur ausgestopft, aber man kann gut lernen, wie sie heißen.

VonAngela Stegemann

Wer weiß heute schon,
wie man einen Nistkasten baut und wie die Vögel heißen? Die Pasewalker „Klinikspatzen“ haben sich schlau gemacht und sogar selbst Hand angelegt.

Pasewalk.Zu einer Kindertagesstätte gehört ein Spielplatz. So kam es im Vorjahr, dass mit der Eröffnung der Kita „Klinikspatzen“ in der Pasewalker Asklepios-Klinik fünf Bäume für den Spielplatz weichen mussten. Das Gesetz schreibt vor, dass dafür neue Gehölze gepflanzt werden müssen. Da um die Asklepios-Klinik aber bereits genügend Grün wächst, gab es eine andere Idee: Es werden Nistkästen gebaut, die dann im Park und im Wald an der Klinik angebracht werden sollen. „Was lag näher, als die Kinder einzubinden?“, fragt Asklepios-Geschäftsführer Steffen Vollrath. Das fand auch der Träger der Einrichtung, die Arbeiterwohlfahrt, gut. Partner des Projektes für die Drei- bis Sechsjährigen ist die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt. Dessen Mitarbeiter Harald Janzen brachte nicht nur das Material für die Nistkästen, sondern auch gleich eine ganze Reihe gefiederter Schönheiten mit. Keine echten, sondern ausgestopfte. Amsel und Meise kennt man ja noch. Aber all die anderen Piepmätze? Da müssen oft selbst die Erwachsenen passen. Zu den Vögeln gibt es auch die dazugehörenden Eier. „Können da richtige Vögel rauskommen?“, will Leonora wissen. Aus den Vorzeige-Eiern nicht. Die sind aus Ton und wurden extra in der Töpferei der Gemeinnützigen Werk- und Wohnstätten GmbH angefertigt, erklärt Janzen. Der Mann hat das Talent, Kindern etwas gut erklären zu können. Und er nimmt den Mädchen und Jungen die Angst vor dem Nistkastenbau. „Ein Haus für den Menschen zu bauen ist schwerer als für Vögel“, versichert er. So wie die Möbel in Kinderzimmern unterschiedlich sind, sind auch die Häuser der Vögel verschieden. Während der Sperling es eher chaotisch liebt, mag die
Meise es schick und ordentlich.
Dann wird es praktisch. Jedes Kind darf beim Zusammenbauen der Nistkästen helfen. Harald Janzen versteht es sogar, die Übereifrigen zu zähmen. 20 Nistkästen entstehen. Die Haustechniker des Krankenhauses bringen sie im nahen Wald an. Der Mann aus dem Landratsamt erklärt den Kindern noch, woran sie erkennen, dass die Häuser auch bewohnt sind: Wenn die Vögel in den Kasten fliegen, haben sie schmutzige Füße. Das sieht man am Rand des Einflugloches.


Kontakt zur Autorin
a.stegemann@nordkurier.de

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×