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Der Tod einer Banane:Was ist denn das für ein Theater?

VonRita Nitsch

Straßenartisten machen Halt auf dem Kulturgut Bröllin. Sie zeigen ein musikalisch-komisches Stück, das die Südfrucht thematisiert. An Zuschauern mangelte es, nicht aber an Begeisterung. Jetzt wird auf dem Kulturgut der nächste Höhepunkt vorbereitet. Und der richtet sich an Familien.

Bröllin.Ein Duft von exotischen Gewürzen zieht durch das Refektorium auf dem Kulturgut Bröllin. Für die Bewohner und Gäste wird gerade das Abendbrot vorbereitet. Auf dem Fußboden liegen Bananen und Kiwis. Und plötzlich „stürmen“ junge Leute in orientalischer und südländischer Kleidung den Essensaal. Es sind Schauspieler. Sie kommen fünf verschiedenen Länder. Publikum ist auch da, und so kann ein besonderes Schauspiel beginnen: Banana Revival.
In der Art der britischen Komiker Monty Python beginnt die Geschichte. Ein Außenseiter kommt in das „Bananenland“. Er bemüht sich, anerkannt und akzeptiert zu werden. Es ist schwer. Doch letztendlich schafft er es, Arbeit und Anerkennung zu finden. Er erlebt symbolisch den Tod einer Banane und deren Wiedergeburt. Den Abschluss der Performance bildet ein fröhliches Lied und ein süßer Geschmack: Zuckerbananen für das Publikum. Mit einem Augenzwinkern mahnen die Künstler auch zur Vorsicht: Auf einer Bananenschale kann man nämlich auch ausrutschen!
„Wir sind eine junge Künstlergruppe. Unter dem Namen ‚The Jasonites‘ haben wir uns mit Hilfe eines EU-Projektes und unserem Truck auf den Weg gemacht und bereisen neun Länder“, erzählt der Spanier Alberto Martinez Guinaldo. Auf Bröllin seien sie durch die Bekanntschaft mit Benno Plassmann gekommen. Der ist selbst Künstler und dürfte in der Uecker-Randow-Region bekannt sein durch sein Engagement im Bündnis „Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt“ engagiert.
„Ausgangsthema für ‚Banana Revival‘ war ein Zeitungsartikel über die Emigration von Menschen zwischen Portugal und Uganda. Früher emigrierten die Menschen von Uganda nach Portugal auf der Suche nach Arbeit. Heute geschieht genau das Gegenteil“, weiß der spanische Künstler. In Zeiten, in denen reiche Länder von Krisen geschüttelt seien, könne sich die Richtung schnell ändern. Sich auf der Suche nach Arbeit im Ausland zu machen, erfordert Mut. „All das geschieht in unserem Stück im Namen der Bananen“, verdeutlicht der Schauspieler. Zwar kamen nur wenige Besucher zur Aufführung nach Bröllin. Aber die, die da waren, fanden es genial.
Als nächstes größeres Event findet am Sonnabend, 15. Juni, ab 18 Uhr ein Fest für die ganze Familie auf dem Kulturgut Bröllin statt. Zu erleben sein werden unter anderem eine offene Zirkusprobe mit Luftnummer sowie eine Performance über die Balance. Außerdem gibt es eine Tanztheater-Aufführung.

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r.nitsch@nordkurier.de

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