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Die Himmelfahrt auf zwei Rädern

Edmund Geiger (rechts) begrüßt die rund 60 Motorradfreunde der Dorfgemeinschaft Canzow im Kutschen- und Oldtimermuseum Krackow.
Edmund Geiger (rechts) begrüßt die rund 60 Motorradfreunde der Dorfgemeinschaft Canzow im Kutschen- und Oldtimermuseum Krackow.

VonRainer Marten

Immer wieder erfüllt ein tiefes Röhren die Luft: Biker! Himmelfahrt ist nicht nur
ein Tag der bierlaunigen Wandervögel, sondern auch ein Tag der Zweirad-Fans und der schnittigen Maschinen.

Krackow.Reichen die Bratwürste? Reicht das Grillfleisch? Edmund Geiger will darüber eigentlich nicht mehr nachdenken. Aber er rechnet. Fleisch und Würste dividiert durch 60 Personen – ja, alles müsste reichen. Die Dorfgemeinschaft Canzow e.V. hat sich in Krackow angesagt. Ein Herrentags-Ausflug. Die Motorradfans wollen im Kutschen- und Oldtimermuseum Krackow einenBlick in die motorisierte Zweirad- und Vierrad-Geschichte werfen. „Zeitgleich so viele Gäste und dann noch mit Versorgung, das haben wir nicht alle Tage“, sagt Geiger, der als Vorsitzender des Fahrzeugmuseums Krackow lange vor dem Eintreffen des Trosses die Abläufe koordiniert. Seine Vereinsmitglieder indes haben längst alles im Griff.
Gegen 11.45 Uhr röhren die Maschinen heran. Benzingeruch erfüllt die Luft.
60 Biker – das ist schon was! Organisiert hat die Exkursion Wilfried Stahr. Nicht nur Mitglieder der Dorfgemeinschaft Canzow sind geladen, sondern jeder, der Spaß an PS-starken Zweirädern hat, kann die Himmelfahrt auf zwei Rädern erleben. „Gestartet sind wir auf dem Woldegker Markt. Über Nechlin und Brüssow ging es dann weiter nach Krackow. Von dort fahren wir über Löcknitz und Rothenklempenow, Dorotheenwalde und Blumenhagen zurück nach Woldegk“, erzählt er. Was oft unterschätzt wird – auch diese Region hat Sehenswürdigkeiten zu bieten, ergänzt er. Krackow hat das Fahrzeugmuseum und Rothenklempenow eine komplett sanierte Gutsanlage. Geleitet wird der Tross auch von zwei, die eigentlich nichts mehr zu sagen haben – von Volkspolizisten. Die Polizeimotorräder ETZ 250-F führen Jens Tessendorf und Karl-Heinz Hermann. Echte Sammlerstücke, erstanden Ende der 80er-Jahren, als die Maschinen ausrangiert wurden. Im Kutschen- und Oldtimermuseum stehen inzwischen 100 Fahrzeuge – von Schlitten über Kutschen, Mopeds und Motorräder bis hin zum Auto-Oldtimer. Als solche gelten Fahrzeuge, die mindestens 30 Jahre alt sind. Krackow hütet vor allem Leihgaben privater Sammler, darunter ein D-Rad aus dem Jahre 1929 und einen Ford, Baujahr 1927, sagt Geiger. Insgesamt stammen die Kfz aus den 20er- bis 70erJahren. Die 23 Mitglieder des Vereines regeln nicht nur den Museumsbetrieb, sondern sorgen auch dafür, dass alles gangbar bleibt.
Im Jahresablauf organisiert der Verein auch Highlights. Vormerken könne sich jeder schon die 10. Oldtimerausfahrt am 22. Juni ab 9.30 Uhr. Geplant ist eine Tour über einhundert Kilometer in Richtung Gryfino.
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