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Die letzte Prüfung: Aber wie geht’s dann weiter?

Die Zeit am Oskar-Picht-Gymnasium war schön, sagen Sophia Grimm (von links) sowie Anna und Nora Bölter. [KT_CREDIT] FOTO: A. Stegemann
Die Zeit am Oskar-Picht-Gymnasium war schön, sagen Sophia Grimm (von links) sowie Anna und Nora Bölter. [KT_CREDIT] FOTO: A. Stegemann

VonAngela Stegemann

Am Pasewalker Oskar- Picht-Gymnasium laufen
die letzten Prüfungen: Danach steht fest, ob alle
42 Zwölftklässler die Schule abhaken und in das Abenteuer Leben starten können. Für drei von ihnen, die wir trafen, sieht es gut aus.

Pasewalk.Sophia Grimm sowie Anna und Nora Bölter schlendern langsam über den Schulhof. Anna muss heute noch ihre mündliche Biologieprüfung schaffen. Dann sind die drei mit allem durch. Sie freuen sich, aber es sind auch gemischte Gefühle dabei. Die Abiturientinnen sind sich einig: Das Picht-Gymnasium wird ihnen fehlen. „Wir hatten zu unseren Lehrern ein sehr persönliches Verhältnis. Das ist an anderen Schulen nicht so“, meint Anna. Sie und ihre Zwillingsschwester Nora kamen schon ab der fünften Klasse ans Gymnasium. Auch wenn die beiden Krugsdorferinnen zusammenhalten, ihre Interessen sind nicht unbedingt gleich. Sie kamen in verschiedene Klassen und empfanden das als gut.
Sophia Grimms Zeit am Gymnasium war kürzer. Die Torgelowerin stieg erst ab der 11. Klasse ein. Wenn die drei jetzt das Abi in der Tasche haben, wollen sie ihre Träume verwirklichen. Sophia möchte in Neubrandenburg ein Duales Studium im Pflegemanagement aufnehmen. Die Praxisausbildung erfolgt im Ameos Klinikum Ueckermünde. Viereinhalb Jahre dauert das Studium. Einsatzmöglichkeiten danach gibt es viele, sagt Sophia. Beispielsweise Pflegedirektorin könnte man werden.
Nach mehreren Praktikas stand für Anna Bölter fest, dass sie Zahnmedizin studieren möchte. „Das Handwerkliche gefällt mir dabei und dass man den Leuten helfen kann“, sagt sie. Leipzig wäre ihr Wunsch-Studienort. In die Stadt hat sie sich bei der Buchmesse verliebt.

Der Norden ist als
Studiengegend im Trend
Nora hingegen will nach dem Abi am Neubrandenburger Klinikum erst ein Überbrückungsjahr absolvieren. Dort möchte sie testen, was ihr liegt. Die Berufsvorstellungen reichen derzeit von der Krankenschwester bis zum Chirurgen. Wenn die Entscheidung getroffen ist, dann zur Schwester nach Leipzig? Könnte sein. „Des Studienplatzes wegen würde ich aber auch woanders hingehen. Auch wenn es nicht meine Traumstadt ist“, meint Nora.
Der Wunsch im Norden zu studieren, das ist in diesem Jahr bei den meisten Abiturienten Trend, sagen die
18-Jährigen. Einige ihrer Mitschüler wollen nach Hamburg, aber ins tiefste Bayern keiner. Das hängt auch mit hohen Studiengebühren und teuren Unterkünften zusammen. Für ein Zimmer in einer WG würde sie in Neubrandenburg 200 Euro zahlen. Das ist in Ordnung, findet Sophia.
Und wenn das Studium geschafft ist? Die jungen Damen könnten sich vorstellen, in der Region zu bleiben. Auch, weil man mit Abschlüssen in ihren Studienrichtungen hier wieder eine Chance hat. Erst mal freuen sich alle auf den Abiball Sophia hat sich ein kurzes Ballonkleid ausgesucht, die Zwillinge kommen in langen Kleidern. Mittwochs wurde dafür fleißig im Tanzkurs geübt, damit auf dem Parkett nichts schiefgeht.

Kontakt zur Autorin
a.stegemann@nordkurier.de

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