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Die Pasewalker Klinik stellt ihren „Saft“ bald selbst her

Bernd Klinger (von rechts) und Dirk Tetzlaff von der Firma Döbler bei Abstimmungen mit Christiane Schumacher und Ronald Brozio von der Asklepios Klinik.  Foto: A. Stegemann
Bernd Klinger (von rechts) und Dirk Tetzlaff von der Firma Döbler bei Abstimmungen mit Christiane Schumacher und Ronald Brozio von der Asklepios Klinik. Foto: A. Stegemann

VonAngela Stegemann

Hätten Sie gewusst, dass ein Krankenhaus im Sommer mehr Strom verbraucht als im Winter? Die Klimaanlage frisst nämlich Unmengen. Und weil es langfristig billiger ist, sich selbst mit Strom und Wärme zu versorgen, lässt sich die Klinik jetzt ein 500000 Euro teures Blockkraftheizwerk hinstellen.

Pasewalk.Ein unscheinbarer weißer Container ziert seit wenigen Tagen das Gelände der Asklepios Klinik. Was die Passanten meist nicht wissen: Es ist die neueste Errungenschaft der Klinik. Hinter den Türen verbirgt sich ein Blockheizkraftwerk. Während ein Privatmann in hiesigen Breiten froh ist, dass der Stromverbrauch im Sommer sinkt, sieht das in einem Krankenhaus anders aus. „Im Sommer verbrauchen wir durch die Klimaanlage mehr Strom als im Winter“, sagt Christiane Schumacher, Leiterin Betriebstechnik.
Angesichts solcher Stromfresser ist die Klinikleitung schon lange am Überlegen, wie sie den Strom- und Gasverbrauch senken kann. Ein Windrad, Biogasanlage oder Solarenergie? Das alles fiel bei einer Wirtschaftlichkeitsberechnung durch. Ein Blockheizkraftwerk erwies sich als die günstigste Variante für das Haus. Auch deshalb, weil mit Erdgas als Primärenergie neben Strom auch Wärme erzeugt wird, die eine Klinik auch im Sommer braucht. Der Strom wird für die Eigenversorgung eingespeist, Wärme braucht die Klinik für die Heizung und das Erwärmen des Wassers. „Da das Ganze vor der Haustür passiert, haben wir keine Transportverluste, und der Wirkungsgrad ist hoch“, erklärt Christiane Schumacher. 500000 Euro gibt die Klinik dafür aus. In drei bis vier Jahren soll sich die Wärme-Kraft-Kopplung amortisiert haben.
So neu ist die Technik eines Blockheizkraftwerkes nicht. Aber aus heutiger Sicht bringt sie auch etwas für die Umwelt. 37 Prozent weniger Kohlendioxid sollen in die Luft gepustet werden, das entspricht etwa 337 Tonnen im Jahr. Während das Blockheizkraftwerk in Kassel gebaut wurde und der Container mit einem 50-Tonner aus Regensburg anreiste, erledigten die übrigen Arbeiten Firmen aus der Region – de Bauarbeiten der Bauhof Brüssow und die Elektroarbeiten die Firma Gottschalk aus Prenzlau. Die hydraulische Anbindung übernimmt die Firma Döbler aus Pasewalk. In dieser Woche ist Vorabnahme. Im Juni geht das Blockheizkraftwerk in Betrieb, ab Juli ans Netz. Für das Krankenhaus wird es allmählich eng. Platz für Neubauten ist keiner mehr da.

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