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Diese Kinder kämpfen um ihre Schule

Gerappelt voll war die Marktscheune in Rothenklempenow, als am Sonnabend die Benefizveranstaltung zugunsten der Kleinen Grundschule auf dem Lande Mewegen stattfand.  FOTOs: G. Heyden
Gerappelt voll war die Marktscheune in Rothenklempenow, als am Sonnabend die Benefizveranstaltung zugunsten der Kleinen Grundschule auf dem Lande Mewegen stattfand. FOTOs: G. Heyden

VonGabriele Heyden

Die Kleine Grundschule auf dem Lande Mewegen zittert seit vielen Jahren um ihren Fortbestand. Ideenreich sind Lehrer, Schüler, Eltern und der Förderverein, um auf sich aufmerksam zu machen und um zu Geld zu kommen.

Rothenklempenow.Sie lassen sich nicht entmutigen. Sie geben nicht auf. Und das ist richtig so! Wenn es um den Erhalt der Kleinen Grundschule auf dem Lande in Mewegen geht, ist beinahe jedes Mittel recht. Denn, wer bei der am Sonnabend stattgefundenen Benefizveranstaltung dabei war, der wird bestätigen: Es wäre eine Schande, diese Schule zu schließen. Zwei Stunden lang gestalteten Schüler der 1. bis 4. Klasse ein Programm, das sich sehen und hören lassen konnte.
„Deutschland, deine Kinder sind das Beste, was du hast“ – diese Worte aus dem Lied von Rolf Zuckowski waren eine Mahnung, die die Grundschüler in ihrem Programm aussprachen. Und wie sagten die Kinder nach der getanzten Geschichte vom Wachsen einer Blume aus dem Samenkorn: „Auch unsere Schule soll wachsen, nicht welken und vergeh’n!“
Vor zehn Jahren sah es sehr brenzlig aus. Da ergriffen Eltern die Regie, gründeten einen Schulförderverein. Gründungsmitglied und heutiger stellvertretender Vorsitzender ist Olaf Thaler. Seine Kinder sind längst aus der Grundschulzeit herausgewachsen. Dennoch wird er weiter für den Erhalt dieser kleinen Schule, die kleinen Kindern so gut tut, kämpfen. Träger der Schule ist die Gemeinde Rothenklempenow, zu der Mewegen mittlerweile gehört. „Wir haben heute wieder vorgeführt, dass diese Schule eine Daseinsberechtigung hat“, sagte Olaf Thaler. Solch ein Programm, dass alle zwei Jahre aufgeführt wird, soll den Bewohnern der Gemeinde und der angrenzenden Orte zeigen, was in dieser Schule geleistet wird.
Aus dem Erlös der Benefizveranstaltung sollen Stühle und Tische für zwei Klassenräume angeschafft werden. 2011 sind etwa 3000 Euro zusammen gekommen. Da gab es neue Schränke für alle vier Klassenzimmer. Ordentliches Geld hat eine ganz spontane Idee eingebracht: Olaf Thaler und ein Schüler versteigerten Schuldachbodenfunde. Der Renner war ein Pionierwimpel. Kein geringerer als Alfons Heimer, Bürgermeister in Blankensee, ergatterte das Relikt aus DDR-Schulzeiten für 60 Euro. „Wenn eine Region zu sterben droht, muss man es aufhalten“, sagte er. „Zum Beispiel durch den Fortbestand solch einer kleinen Schule.“ Wen er sehr vermisst habe bei dieser Veranstaltung, seien die Landtagsabgeordneten aus der Region, meinte Alfons Heimer und regte eine Podiumsdiskussion zum Thema Schulerhalt an, zu der dann alle Lokalpolitiker persönlich eingeladen werden sollen.

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