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Drei Räume erzählen DDR-Geschichte(n)

VonRita Nitsch

Wer sich für Heimatgeschichte interessiert, findet in der Bergholzer Heimatstube wahre Schätze. Die neueste Errungenschaft ist eine Ausstellung mit Dokumenten und Gegenständen aus der DDR. Und die Sammlung der Bergholzer über die Geschichte der Hugenotten hat sich sogar bis nach Amerika herumgesprochen.

Bergholz.Es riecht noch nach frischer Farbe in der Bergholzer Heimatstube. In den Wintermonaten wurden die Räumlichkeiten tapeziert und einige Ausstellungsstücke neu geordnet. Was in Bergholz gezeigt wird, sind meistens Schenkungen und Leihgaben von Dorfbewohnern. Alles ist übersichtlich nach Themen geordnet. Die Beschriftungen akkurat und geschichtlich belegt. Dahinter stehen sieben aktive Mitglieder des Arbeitskreises zur Aufarbeitung der Bergholzer Dorfgeschichte e.V.. Als der Ort im vergangenen Jahr seinen 725 Geburtstag feierte, war die Heimatstube so manches Mal der Anlauf- und Treffpunkt für das Vorbereitungskomitee.
Relativ neu ist die Ausstellung mit Dokumenten der Gemeinde und Alltagsgegenständen aus der DDR-Zeit. „Wir haben so viel zusammen bekommen, dass wir damit drei Räume bestücken konnten“, erzählt Vereinschefin Kerstin Werth. Nach der Auflösung des Gemeindebüros konnten noch alte Dokumente aus den 50er-Jahren gerettet werden. Stück für Stück wird auch die Sammlung rund um die Bergholzer Häuser erweitert. Jedes Haus hat seinen eigenen Ordner. In dem wird alles zusammengetragen: Fotos und Erinnerungen. Wer wohnte hier einmal? Wer wohnt hier immer noch? Jetzt haben die Vereinsmitglieder begonnen, die ersten Aufsteller dafür zu bestücken.
Die Bemühungen, die Geschichte der Hugenotten und ihr Leben in der Region nachzuzeichnen, hat den Mitgliedern des Arbeitskreises schon eine Menge Anerkennung und Kontakte bis zum Ort New Bergholz in Amerika gebracht. Und dass die Bergholzer hinter ihrem kleinen musealen Schmuckstück stehen, beweist die Tatsache, dass viele Bürger aus dem Ort kommen, wenn zu einem Arbeitseinsatz aufgerufen wird. „Unsere Heimatstube ist eine Art Zeitzeuge“, meint Kerstin Werth. Jedes neue Mitglied im Verein sei willkommen. So hat erst kürzlich zum Beispiel Matthias Kirchner über ein altes Hochzeitsbild der Eltern die Heimatgeschichte für sich entdeckt.
Jeden Donnerstag von 14 bis 17 Uhr ist die Heimatstube geöffnet. Der zehnte Geburtstag soll am 23. Juni ab 11 Uhr gefeiert werden. Um 14 Uhr findet dazu ein gemeinsamer Gottesdienst der evangelischen und der französisch-reformierten Gemeinde im Museumsgarten statt. Gegen 15 Uhr gibt es Unterhaltung zur Kaffeezeit mit Dirk, Mudder Schmolten und Didi. Pfarrer Dans gibt um 17 Uhr ein Orgelkonzert. Die Einnahmen werden verwendet für den Erhalt der Bergholzer Kirche.
Gezeigt wird außerdem die Wanderausstellung „Macht des Glaubens“ anlässlich des Jubiläums „450 Jahre Heidelberger Katechismus“. Ab 18 Uhr gibt es ein gemütliches Beisammensein im Museumsgarten. Auch ein Kram- und Trödelmarkt ist vorgesehen. Dafür sucht der Verein noch Händler. „Da der Trödelmarkt auf dem Kirchhof stattfindet, ist zu beachten, dass dort keine Autos geparkt werden dürfen. Nur Stände können hier aufgestellt werden“, merkt Kerstin Werth an. Die Heimatstube ist am 23. Juni von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

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