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Ehrenamt aus DDR-Zeiten lebt bei Imkern wieder auf

Dieter Glöde (links) übergibt an Torsten Ellmann für die Chronik einen alten Ausweis.  FOTO: A. Stegemann
Dieter Glöde (links) übergibt an Torsten Ellmann für die Chronik einen alten Ausweis. FOTO: A. Stegemann

VonAngela Stegemann

Unsere Leser wollen helfen, dass sich die Chronik des Pasewalker Imkervereines füllt. Dieter Glöde aus Pasewalk übergab ein historisches Dokument.

Pasewalk.Wer wird heutzutage schon 135 Jahre alt? Der Pasewalker Imkerverein! Der ist stolz auf seine Geschichte. Torsten Ellmann, seit 2010 Chef, will noch mehr wissen über die Historie des traditionsreichen Vereins. Glücklicherweise schrieb sein Vorgänger, Eberhard Behrendt, schon viel auf. Aber es gibt
Lücken.
„Da kann ich doch helfen“, dachte unser Leser Dieter Glöde, als er im Januar vom Vereinsjubiläum las. In seinem Besitz befindet sich ein Heftchen, das mit ihm selbst eigentlich gar nichts zu tun hat. Sein Cousin, der inzwischen verstorbene Gerhard Neumann, war nämlich begeisterter Imker. Nicht nur das. Der 1933 in Papendorf geborene Mann war zu DDR-Zeiten Bienenseuchen-Sachverständiger. Das Dokument aus den Sechzigerjahren, das dieses belegt, befand sich noch im Besitz seines Sohnes. Als dieser der Arbeit wegen nach Oldenburg, später nach Bremen verzog, ließ er den Ausweis in der Heimat.
„Ich finde es gut, dass der Imkerverein sich für seine Geschichte interessiert“, sagt Dieter Glöde. Er ist der Meinung, dass der Ausweis deshalb zu den Unterlagen des Vereines gehört. Gerhard Neumann hatte zu DDR-Zeiten zwei Bienenwagen, berichtet er. Diese standen auf seinem Grundstück in Papendorf.
Ein bisschen lebt das Vermächtnis des Bienenseuchen-Sachverständigen jetzt wieder auf, erzählt Torsten Ellmann. Diese Funktion gab es nämlich nach der Wende nicht mehr. „Wir als Landesverband empfehlen aber, dieses System wie in der DDR wieder aufzubauen“, meint der Pasewalker Vereinschef, der Landesvorsitzender und auch ausgebildeter Sachverständiger ist. Seit Februar gibt es dazu die entsprechende Richtlinie. Der Sachverständige soll das Veterinäramt bei der Bienenseuchenbekämpfung unterstützen. Der Pasewalker Imkerverein 1878 kann dabei auf fundiertes Fachwissen zählen, meint Torsten Ellmann. Jedes ältere Mitglied verfüge über eine solche Qualifikation. Glücklicherweise machten die Seuchen um die Bienen, die den Pasewalker Vereinsmitgliedern gehören, in den zurückliegenden Jahren einen Bogen. Das ist auch der guten Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt zu verdanken, lobt der Vereins-Chef.
Wenn diese Geschichte dann für die Chronik aufgearbeitet wird, dann ist diesem Kapitel ein historisches Dokument hinzugefügt: der Ausweis von Gerhard Neumann. Auch weitere Bienenfreunde kündigten an, dem Verein Materialien zur Verfügung stellen zu wollen. Aber diese sollen in der kälteren Jahreszeit erst einmal gesichtet werden. Nun, wo die Bienenzeit beginnt, ist dafür die Zeit knapp.

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