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Ein junger Pianist mit ganz viel Leidenschaft

Von unserem Redaktionsmitglied
Angela Stegemann

Der Frühling hält jetzt endlich Einzug? Daran hat der junge Pianist Clemens Berg Anteil. Er spielte ihn beim letzten Konzert
der Saison mit vielen romantischen Tönen herbei.

Pasewalk.Hildegard Tylla glühen die Ohren vor Aufregung. Die Leute stehen Schlange am Eingang zur Aula des Oskar-Picht-Gymnasiums. Die stellvertretende Vereinsvorsitzende des Pasewalker Musikvereins hat die Kassierung mit übernommen. Dann gehen sogar die Programme aus.
Unter den Konzertbesuchern sind auch fünf Herren und 22 Damen der Caritas-Begegnungsstätte Demmin. Sie kommen erstmals. „Den Pasewalker Konzerten des Musikvereins geht der Ruf voraus, eine besonders hohe Qualität zu haben“, erzählt Teresa Tappert. Dann lasen die Demminer in unserer Zeitung, dass es wieder soweit ist – und sie machten sich auf den Weg. Vorher noch Abendessen im „Klönschnack“, der Abend sollte ein schöner werden. Dass er dann alle Erwartungen übertraf, dafür sorgte der junge Pianist Clemens Berg am Klavier. Der 24-Jährige ist auf dem Weg ein Großer zu werden. Die Stimmung der von ihm sehr ausdrucksvoll gespielten Stücke kann man stärker als bei anderen seines Fachs aus dem Gesicht ablesen. Er lächelt, verdreht die Augen oder verkrampft das Gesicht. Noten braucht er selten. Zu der von ihm gespielten Klaviersonate von Haydn, den Volksliedvariationen van Beethovens oder der Klaviersonate von Schubert gab es jeweils Erläuterungen. Das kam beim Publikum an. Selbst mit den moderneren Meditationen über das Jesuskind von Olivier Messiaen konnte der Großteil der Zuhörer sich anfreunden. Clemens Berg schien besonders gut aufgelegt. Denn im Publikum saß auch sein ehemaliger Musikprofessor Karl-Heinz Will. Der unterrichtete den begabten Jungen in Rostock seit er zehn Jahre alt war. Heute lebt der junge Pianist in Frankfurt am Main.
Auch die Mitglieder des Pasewalker Musikvereins machten am Ende des Konzertes zufriedene Gesichter. Sie mussten schließlich eine Konzertsaison ohne einen Vereinsvorsitzenden überstehen. Fred Lüpcke war aus beruflichen Gründen weggezogen. Den Vorsitz zu meistern, das traute sich niemand zu. Fest stand nur – die traditionellen Konzerte sollen nicht sterben! So teilte der Vorstand sich auch bei den Konzerten die Aufgaben auf. Angret Vogel managt die Öffentlichkeitsarbeit und kümmert sich mit ihrem Mann, dem einstigen Vereinsvorsitzenden Wolfgang Vogel, um geeignete Künstler.
Bei den Konzerten begrüßt Ottokar Krüger die Zuhörer. Renate Lorentz, Doris Meyer und Gerlinde Tremp wirken mit hinter den Kulissen. Hildegard Tylla hat dann noch eine frohe Nachricht: Für die im September beginnende Saison sind die Konzerte bereits vertraglich gebunden.
In der Pause wurde er dann gesichtet, Fred Lüpcke, der ehemalige Vereinschef. Ihn zog es wieder einmal zu seinen ehemaligen Mitstreitern. Er strahlte über das ganze Gesicht und freute sich, dass sie es auch ohne ihn schaffen.

Kontakt zur Autorin
a.stegemann@nordkurier.de

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