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Eine Darre und ihre Geschichte

Günter Haim, der die Ausstellung „Harzung in Deutschland 1916-1989“ im neuen Pavillon der Jatznicker Samendarre gestaltet hat, erläutert Monika Walter, Bürosachbearbeiterin, die einzelnen Schauobjekte. [KT_CREDIT] Foto: R. Nitsch
Günter Haim, der die Ausstellung „Harzung in Deutschland 1916-1989“ im neuen Pavillon der Jatznicker Samendarre gestaltet hat, erläutert Monika Walter, Bürosachbearbeiterin, die einzelnen Schauobjekte. [KT_CREDIT] Foto: R. Nitsch

VonRita Nitsch

Die Jaztnicker Samendarre lädt heute Jung und Alt
zum 90. Geburtstag ein. Führungen durch das technische Denkmal und eine neue Ausstellung
rund um das Harzen sind vorbereitet.

Jatznick.Der Parkplatz an der Jatznicker Samendarre war zu klein, um die Autos der Besucher aus ganz Deutschland und dem Nachbarland Polen aufzunehmen. Doch gegenüber fand sich genügend Platz für alle. Angereist waren sie zu dem Fachsymposium „300 Jahre Nachhaltigkeit – Geschichte und aktuelle Herausforderungen für das Saatgutwesen der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern. Warum gerade in Jatznick? Die Darre kann auf ihre 90-jährige Geschichte verweisen. Bis heute liefert die „alte Dame“ Saatgut in höchster Qualität. „Das ist die Basis für die Erneuerung unserer Wälder“, meint Bärbel Neumann, Leiterin des Kompetenzzentrums für forstliche Nebenprodukte. Zwei Drittel der Wälder werden in Mecklenburg-Vorpommern künstlich veredelt. Es bestehe also ein hoher Bedarf an Saatgut. „Da in unserem Land durch einen Pilzbefall das Eschensterben begonnen hat, setzt man hierzulande mehr auf die Erle“, weiß die Fachfrau. Diesem Trend habe man sich in Jatznick angepasst. Auch um die Nachhaltigkeit der Wälder stehe es gut in der Region. Es wird nur so viel Holz geerntet, wie benötigt wird. „Außerdem sind unsere staatlichen Wälder nicht zugesperrt“, so Bärbel Neumann. Erholung, Schutz- und Nutzungsfunktionen seien gewahrt.
Jedenfalls waren die Jaztnicker erneut ein würdiger Gastgeber für so eine Veranstaltung. 1998 hatten sich die 27 Gründungsmitglieder des Darre-Vereines auf die Fahnen geschrieben, mit der Neueröffnung und Erweiterung um das Ausstellungs- und Begegnungszentrums mehr Touristen und Fachleute in die Region zu locken. „Ich denke, das gelingt uns schon sehr gut“, meint Eberhard Behrendt, Leiter der Darre. Jährlich seien es rund 5000 Besucher, die sich für das technische Denkmal interessieren. „Mit den Sonderausstellungen gibt es auch immer wieder etwas Neues bei uns zu entdecken“, meint Behrendt. So sei es auch heute am Tag der offenen Tür. Um 11.30 Uhr zum Beispiel wird der neu Ausstellungspavillon mit der Schau „Harzung in Deutschland von 1916 bis 1989“ eingeweiht. Günter Haim aus Königs Wusterhausen hat diese Ausstellung im Auftrag der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald mit 16 Schautafeln erarbeitet. Die rund 100 Anschauungsobjekte stammen aus seiner Privatsammlung. Bekannt ist er den Kennern der Sammendarre noch gut von seiner Ausstellung im Jahre 2012 „Eisen im Holz“. „Gegen 14.30 Uhr erwarten wir 64 Autos auf unserem Hof, die innerhalb der 12. Haff-Rallye starten“, lädt Eberhard Behrendt ein. Außerdem gibt es stündliche Führungen durch die Darre, Draisine-Fahrten und Vorführungen von Baumsteigern. Auch an die Kinder ist mit Spielen zur Umweltbildung gedacht. „Unseren Geburtstag wollen wir mit Jung und Alt feiern. Wir hoffen auf viele Besucher“, so Behrendt.

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