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Endlich dieser Hauch von Frühling!

Er grünt und blüht bald noch mehr.
Er grünt und blüht bald noch mehr.

Von unserem RedaktionsmitgliedRainer Marten

Der Winter hat sich endgültig verabschiedet!
Bei herrlichem Sonnenschein und Temperaturen um die
15 Grad Celsius starteten viele die Gartensaison.

Pasewalk.Endlich dieser Hauch von Frühling! Endlich Freiluftsaison! Das sagte sich am Wochenende manch ein Pasewalker. Viele unternahmen Spaziergänge durch die Stadt oder erledigten Gartenarbeiten. In den Baumärkten und Gartencentern gingen die lange gehüteten Frühjahrsblüher weg wie die berühmten warmen Semmeln. „Am Morgen lief der Verkauf etwas zögernd an, ab dann kamen die Kunden. Wir sind zufrieden“, bilanzierte am Sonnabend gegen Mittag Ulrich Zimmermann, Inhaber des gleichnamigen Gartencenters in der Torgelower Straße. Gefragt waren Frühblüher für die Erstbepflanzung im Beet oder auf dem Balkon. Zimmermann warb an diesem Tag nicht nur mit einer Rabattaktion um Kunden, sondern auch mit der kostenlosen Bodenanalyse, die Gärtnermeister a.D., Siegfried Weise, vornahm. Nach den ersten etwa dreißig Untersuchungen stellte der Fachmann generell einen Trend fest: „Nach diesem Winter ist der Gartenboden überall sehr ausgewaschen. Nährstoffe sind kaum oder nur in einem sehr geringen Maß vorhanden. Die Kleingärtner müssen unbedingt das Nährstoffangebot aufbessern. Man muss aber nicht unbedingt zum mineralischen Dünger greifen. Die Natur stellt uns viele andere Möglichkeiten zur Verfügung.“ Weise untersuchte neben dem Nährstoffgehalt den pH-Wert des Bodens und auch seinen Humusgehalt. Für ein ideales Wachstum, so sagte er, sollte der pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 liegen. Auch hier ein Trend: Viele der untersuchten Gartenböden wiesen einen Wert von etwas mehr als 6,5 auf. „Für diese Saison reicht das noch. Aber im Herbst sollte unbedingt Kalk gereicht werden“, so der Gärtnermeister. Entsprechende Empfehlungen per Untersuchungsprotokoll erhielten unter anderem Katrin Simon aus Pasewalk, Familie Lemke aus Plöwen, Hannelore und Detlef Horst sowie Heinz Thiele aus Pasewalk. Erdbeeren, Gemüse und Kartoffeln – das sind noch immer die Renner in diesen Gärten, erzählten die Gartenliebhaber.

Nur einen Straßenzug weiter, in der Kleingartensparte „Freundschaft“, werkelten die ersten Kleingärtner in den Parzellen: Pascal Medow (15) grub die Parzelle seines Opas, Alfred Fiedler (79), um – nicht nur, weil es dafür am Ende ein kleines Taschengeld gibt, sondern auch, weil der Pasewalker Spaß an der Gartenarbeit hat. „Ich möchte auch Gärtner werden“, erzählte der 15-Jährige. Einige Parzellen weiter putzte Klaus Bialecki die Hecke aus. „Ich werde hier ein Gerätehaus aufstellen und schaffe dafür Platz“, sagte der Pasewalker. „Endlich wieder etwas mehr Bewegung, endlich frische Luft“, fügte er an.
Werner Stahnke, Lehrer i.R., konnte ebenfalls schon lange nicht mehr auf die Gartensaison warten. In seinem Gewächshaus hat er schadlos seine Sandröschen überwintert und die Fuchsien positioniert, damit sie austreiben. Gut aufgeschossen sind die Winterastern. „Eigentlich sollen Winterastern frostunempfindlich sein. Aber ich hole sie immer ins Gewächshaus, dort kommen sie wesentlich besser über den Winter“, erzählte der Pasewalker. Wenig später widmete er sich den Obstbäumen, die er selbst aus dem Kern zieht und veredelt. Das will schon etwas heißen.
In den nächsten Tagen soll das Wetter so bleiben, wussten die Kleingärtner. Na dann: Frohes Schaffen!
Kontakt zum Autor:
r.marten@nordkurier.de

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