Nordkurier.de

Erinnerung ist mehr als nur ein Wort

Siebtklässler der Regionalen Schule Penkun befassten sich auf dem Kulturgut Bröllin mit den Themen Toleranz und Erinnern. Sie wurden zeitweise richtig nachdenklich.  Foto: R. Nitsch
Siebtklässler der Regionalen Schule Penkun befassten sich auf dem Kulturgut Bröllin mit den Themen Toleranz und Erinnern. Sie wurden zeitweise richtig nachdenklich. Foto: R. Nitsch

VonRita Nitsch

Penkuner Schüler erlebten auf dem Kulturgut Bröllin einen Tag der Toleranz. Mitgebrachte Gegenstände erinnern die jungen Leute
an Vergangenheit und Gegenwart. Am nachdenk- lichsten stimmte die jungen Leute allerdings etwas anderes.

Bröllin.Die letzte Auslandsreise mit den Eltern. Der erste Kuss. Die Beerdigung des Opas. Die Zeit vergeht, doch Erinnerungen bleiben. Positive und negative. Wie junge Leute mit Erinnerungen umgehen und was für sie Toleranz bedeutet, damit beschäftigten sich Mädchen und Jungen der siebten Klasse der Penkuner Regionalschule auf dem Kulturgut Bröllin. Jeder hatte drei Gegenstände im Gepäck, die für ihn wertvoll sind. So brachte Fay Hildebrandt eine silberne Kette mit. Das Mädchen wächst bei ihrer Oma auf. „Die Kette hat mir meine Mama geschenkt. Da sie viel arbeiten muss, wohne ich bei meiner Oma“, erzählt Fay. Die Kette trägt sie täglich, weil sie ihre Mutter liebt. Auch die Oma sei sehr lieb. Traurig und nachdenklich werde die Oma immer nur dann, wenn sie vom Krieg erzählt.
Jenny Dumm hatte einen Ring – ein Geschenk der Oma – mitgebracht. „Der Ring könnte viele Geschichten erzählen“, sagt das Mädchen. Der Projekttag sei einmalig gewesen. Sie schlug vor: Warum kann nicht die nächste Klassenfahrt einmal nach Bröllin gehen? „Das wäre bestimmt spannend und romantisch.“
Doch nicht nur eigene Erinnerungen verarbeiteten die Schüler in ihrem szenischen Spiel. An diesem Tag lernten sie Marcin Zabielski, Ranghild Dale, Benno Plassmann und Dip Hill kennen. Die Mitglieder der Theatercompany „The Working Party“ haben monatelang die Ausstellung „Flüchtige Erinnerungen“ vorbereitet, die am Freitag um 18 Uhr auf Bröllin eröffnet wird. Dazu hatten die Theaterleute auch Kriegs-
vertriebene befragt. Die Schüler hörten sich die Interviews an und wurden dabei sehr nachdenklich.
„Dieser Projekttag hat uns viel gegeben“, fasste Lehrerin Verena Grünberg zusammen. Möglich wurde dieser aber nur durch die Zusammenarbeit der Schule mit dem Penkuner Jugendklub und dem Kreisjugendring.

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×