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Fußball spielen kann jeder, aber tanzen?

Der Ueckermünder Verein bee free war mit mehreren Gruppen vertreten. Die Exotics holten sich in ihrer Kategorie den 1. Platz.
Der Ueckermünder Verein bee free war mit mehreren Gruppen vertreten. Die Exotics holten sich in ihrer Kategorie den 1. Platz.

VonFred Lucius

Ordentlich was auf
die Ohren, rhythmische Bewegungen, schillernde Kostüme und 300 Zuschauer – der zweite Tanz-Wettbewerb der Arbeiterwohlfahrt in Strasburg ist ein voller Erfolg. Doch was treibt
junge Leute zum Tanzen
an?

Strasburg.Paul und Sandro sind zufrieden. Gerade haben die beiden mit den anderen Breakers des Tanzsportvereins bee free Ueckermünde ihren Auftritt in der Strasburger Max Schmeling Halle hinter sich. Breakdance haben die Jungen dem Publikum und der vierköpfigen Jury vorgeführt. „Die Kraft dafür kommt von innen. Fußball kann jeder. Breakdance aber nicht“, meint ganz selbstbewusst der elfjährige Sandro Zimmermann. Seit drei Jahren tanzt er im Verein, sein Kumpel Paul Schwarz (10) ist schon fünf Jahre dabei. Mit 45 jungen Tänzern ist der Ueckermünder Verein die stärkste Gruppe bei der zweiten Max Schmeling Dance Competition (Tanz-Wettbewerb) der AWO in Strasburg. „Wir tanzen Hip Hop, New Dance – alles, was Spaß macht. Wir freuen uns, dass wir uns hier mit anderen messen können“, sagt bee-free-Vereinschefin Marlene Klinger, die selbst seit ihrem fünften Lebensjahr tanzt. Dass die Tanzgruppen vom Gastgeber, dem AWO-Jugendhaus Strasburg, selbst nicht mittanzen, findet Marlene Klinger schade, aber verständlich. Schließlich sitzt mit Matthias Arndt der Tanzlehrer der Strasburger in der Jury. So zeigen die Jungen und Mädchen der Gruppen Honeymoon, Powerkids und 360 Grad in den Pausen ihr Können.
Der Verein bee free steht auch auf der Sponsorenliste des diesjährigen Wettbewerbs. Er spendete 100 Euro, die die Tänzer im vergangenen Jahr als Publikumsliebling gewonnen haben. „Damit hatten wir nicht gerechnet. Es ist schön, dass es solche Wettbewerbe gibt. Es lohnt sich herzukommen und Erfahrungen zu sammeln“, erklärt Marlene Klinger. Neben den Ueckermündern waren Tanzgruppen aus Wesenberg, Barth, Demmin, Güstrow, Greifswald und Leipzig nach Strasburg gekommen – insgesamt rund 130 Tänzer. „Das ist eine gelungene Veranstaltung. Wir betreuen ja selber junge Tänzer und wissen, wie aufgeregt die bei einem solchen Wettbewerb sind“, sagt Jury-Mitglied Tilo Mierisch, der gemeinsam mit Barbara Wettstein, Matthias Arndt und Sandy Seeligmüller die Tanzgruppen bewertet. „Die, die im Vorjahr dabei waren, haben sich gesteigert. Aber nach wie vor stehen der Spaß und die Leidenschaft am Tanzen im Vordergrund“, sagt Mierisch. Die Begeisterung, mit der die jungen Tänzer bei der Sache sind, freut auch den AWO-Kreisvorsitzenden Heinz Müller und Geschäftsführer Helmut Grams. „Das ist ein Termin, der mich begeistert“, erklärt Heinz Müller. Dank gelte vor allem den Trainern und Übungsleitern. Ohne sie würde es die Gruppen nicht geben. „300 Zuschauer hier in Strasburg – genial“, freut sich Grams über die Resonanz. Die Arbeit der Tanzgruppen, bei denen wie in Strasburg die Älteren die Jüngeren trainieren, ist für den AWO-Geschäftsführer Kinder- und Jugendarbeit im besten Sinne.

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