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Gelb, ja gelb sind alle meine Felder

VonFred Lucius

Blühende Rapsfelder sorgen derzeit für eine malerische Landschaft in der Region. Das Interesse der Bauern
gilt aber in erster Linie
der Bestandsentwicklung. Dafür muss in den Betrieben einiges getan werden.

Uecker-Randow.Horst Wendt kennt die Vorurteile. Sobald im Frühjahr das Getreide Triebe bildet, der Raps in die Höhe schießt und blüht, sind die Traktoren mit ihren Spritzen auf den Feldern. „Es ist ein Pauschal-Urteil, dass wir nur mit Fungiziden und Insektiziden unterwegs sind, um Krankheiten und Schädlinge zu bekämpfen“, sagt der Geschäftsführer der Krackower Markfrucht GmbH. Mit der Spritze werde nämlich auch Flüssigdünger ausgebracht. Auf etwa 50 Prozent des Geräteeinsatzes beziffert Horst Wendt den Düngeranteil. Das Spritzen, egal, ob als Schutzmaßnahme oder Düngung, sei die Versicherung dafür, dass die Pflanzen vital bleiben. „Wir wären doch dumm, wenn wir für viel Geld mehr ausbringen, als notwendig ist“, betont der Krackower Landwirt. Die Betriebe würden im Rahmen gesetzlicher Regelungen ständig kontrolliert. Was, wann, wo auf die Felder gelange, werde auch genau dokumentiert.
Raps ist auch in der Krackower Marktfrucht GmbH eine der Hauptkulturen. Auf 300 der 1200 Hektar Ackerland wird hier die Ölfrucht angebaut. „Wichtig ist derzeit die Bestandsprüfung, beispielsweise, wann wie viel Dünger ausgebracht wird“, erklärt Horst Wendt. Die Vegetation habe nach dem langen Winter aufgeholt, liege aber noch immer fünf, sechs Tage hinter den sonstigen Zeitpunkten. Beim Raps haben die Landwirte nach wie vor mit Schädlingen zu kämpfen. Mit dem Rapsglanzkäfer zum Beispiel, aber auch mit dem Stengelrüßler oder der Kohlschotenmücke. „Wenn Raps nicht gebeizt ist, dann müssen wir spritzen, um wirtschaftlichen Schaden abwenden zu können“, verdeutlicht Horst Wendt. Im Gespräch vor den Maßnahmen auf den Feldern sei man auch mit den Imkern. Bienen sind schließlich gute Bestäuber für den Raps. Wichtig ist, so findet der Landwirt, dass man miteinander im Gespräch ist.
Nach der Ölfrucht gibt es nach wie vor eine hohe Nachfrage. Zudem sei diese Pflanze eine gute Vorfrucht für Getreide. „Die herkömmliche Fruchtfolge mit Raps, Getreide Zuckerrüben, aber auch mit Kartoffeln und Leguminosen gibt es kaum noch. Das hat ökonomische Gründe“, sagt der Krackower. Geändert habe sich auch die Form der Vermarktung. Egal, ob Getreide oder Raps, verkauft werde größtenteils schon vor der Ernte. Man müsse ständig beobachten, was man als Preis von den Aufkäufern bezahlt bekomme. Ernte man im Sommer mehr als erwartet, könne es sein, dass die
Übermengen billiger aufgekauft werden als das, was
vor der Ernte vereinbart wurde. „In den vergangenen Jahren haben wir im Schnitt knapp 40 Doppelzentner je Hektar geerntet. Es gab aber auch schon bessere Ergebnisse. Aber um die 40 Doppelzentner strebt man an“, sagt Horst Wendt. Was die diesjährige Ernte bringen wird, darüber kann der Krackower derzeit nur spekulieren.

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