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Geldnot! Vierecker müssen aufs Feiern verzichten

Für eine Überraschung sorgte beim Sommerkonzert 2012 der Chor aus Police. Das Konzert soll trotz aller Sparerei auch in diesem Jahr stattfinden.  FOTO: G. Schrom
Für eine Überraschung sorgte beim Sommerkonzert 2012 der Chor aus Police. Das Konzert soll trotz aller Sparerei auch in diesem Jahr stattfinden. FOTO: G. Schrom

VonGünter Schrom

Da hilft alles Rechnen nicht: Die Gemeinde Viereck ist so arm, dass sie noch nicht einmal ihre Pflichtaufgaben ordentlich erfüllen kann. Deshalb setzen die Gemeindevertreter den Rotstift bei den Festen an. Das Ärgerliche daran: Das bringt auch nichts, weil der Haushalt sich damit auch nicht ausgleichen lässt.

VIERECK.Die schlechte Nachricht zuerst. Die Vierecker Gemeindevertreter haben gerechnet, gerechnet und nochmal gerechnet, um dann enttäuscht doch festzustellen: „Wir sind so arm, dass wir nicht mehr sparen können.“ Wie Bürgermeister Axel Marquardt sagte, liegt die Pro-Kopf-Verschuldung der
Bürger im oberen Bereich. Die betrage nämlich 89,96 Euro. Die Gemeinde könne sich in diesem Jahr keine Investitionen leisten. Im Ergebnishaushalt klafft ein Minus von 136700 Euro, und im Finanzhaushalt besteht ein
Bedarf von 43900 Euro, um wenigstens die Pflichtaufgaben zu erfüllen. Der Bürgermeister benannte bei der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter auch gleich einige Ursachen für die schlimme Lage: höhere Benzin-, Gas- und Strompreise, weniger Schlüsselzuweisungen, mehr Geld für Kreis- und Amtsumlage, Abschreibungen, Zinsleistungen und nicht zuletzt die Tilgung von Investitionen. Trotzdem haben die Vierecker der Haushaltssatzung und dem Haushaltsplan 2013 mit acht Stimmen und einer Enthaltung zugestimmt. „Wir haben keine Wahl: Es gibt nämlich keine andere Möglichkeit“, brachte es Peter Griebenow (Wählergemeinschaft) auf den Punkt. Im Haushaltssicherungskonzept strichen die Vierecker unter anderem die freiwilligen Leistungen im kulturell-sozialen Bereich. Es gibt also kein Geld mehr für Dorf- und Erntefeste, Kita- oder Seniorenfeiern. Wer feiern will, muss das selbst organisieren und bezahlen.
Dennoch: „Die Streichung der freiwilligen Aufgaben führen jedoch nicht zum Ausgleich unseres Haushaltes“, stellte Axel Marquardt fest. Das Haushaltssicherungskonzept wurde schließlich mit acht Ja-Stimmen und einer Gegenstimme beschlossen.
Die guten Nachrichten – es sind immerhin zwei – zuletzt: Die Gemeinde hat für die Freiwilligen Feuerwehren in Viereck und Borken je vier Atemschutzgeräte gekauft, die zusammen 11566 gekostet haben.
Und: Der Vierecker Kultur- und Sozialausschuss hat beschlossen, das im Vorjahr so gut besuchte Sommerkonzert in der Kirche auch in diesem Jahr zu organisieren. „Viele Partner, beispielsweise der Chor aus Police, haben uns schon ihre Teilnahme für den 16. August signalisiert, und auch der Pfarrhof steht uns dafür zur Verfügung“, sagte Bernhard Trömer (CDU).

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