Hallo, es geht um unsere Kleinsten!

Bitte lesen und teilen… Es geht um unsere Kinder.“ Monique Neumann aus Rossow schiebt bei Facebook mit diesem Satz eine Diskussion an, die vielen aus der Seele spricht. Der Grund: Ihr Kind wird im August eingeschult. Schulort ist Löcknitz. Dort aber fehlt mindestens ein Raum, um im Schuljahr 2013/14 alle Klassen ordnungsgemäß unterrichten zu können. Denn zwischen 70 und 80 Kinder sollen eingeschult werden. Drei erste Klassen entstehen. Insgesamt wird es an der Grundschule elf Klassen geben. Aber nur zehn Räume stehen zur Verfügung – zehn Klassenräume. Wo aber bleiben rund 25 Erstklässler? Die Rossowerin trifft den Nerv einer Region. Denn die Schüler kommen aus Bergholz und Caselow, Gorkow, Plöwen, Ramin, Retzin, Bismark, aus Grambow, Schwennenz, Ladenthin, Rossow, Wetzenow….
Monique Neumann stellt der Diskussion ihre ganz persönlichen Eindrücke voran und bekräftigt sie auch gegenüber dem Nordkurier: Der Bürgermeister der Gemeinde Löcknitz fühlt sich aus ihrer Sicht für die Grundschule nicht ausreichend zuständig „und ist der Meinung, unsere Kinder, die sechs Jahre alt sind, sollen Nachmittagsunterricht erhalten oder auf Landschulen gehen, die teilweise 40 Kilometer vom Heimatort entfernt liegen.... Hallo, es geht um unsere Kleinsten“, teilt sie der Internet-Gemeinde mit.
Ausgangspunkt ist eine Elternversammlung am
16. April. An dieser Versammlung nimmt der Bürgermeister nicht teil, obwohl sich alles um die Raumfrage dreht.
Die Rossowerin thematisiert via Facebook ein weiteres Problem – die Kapazität des Hortes. Im Hort werden bekanntlich die Kinder der
1. bis 4. Klasse betreut – in Verantwortung der Kindertagesstätte „Randow-Spatzen“. Nur sechs Plätze soll es da im neuen Schuljahr geben. Anlass nun auch für Kita-Leiter Olaf Lejeune, über Facebook zu reagieren: Bitte informieren Sie sich erst, bevor derartige Informationen verbreitet werden, schreibt er. Fakt ist: Nach jetzigem Stand wechseln 46 Kinder die Schule. Das bedeutet, dass 46 Hortplätze für Einschüler sicher sind. Sollte es einen größeren Bedarf geben, dann werde eine Lösung gesucht – und gefunden, teilt er der Redaktion auf Nachfrage mit.
An der Diskussion beteiligten sich dann wirklich viele, setzten ihre „Gefällt mir“-Tags oder diskutierten mit. Hier einige Beispiele: Nutzer Horst S.: „So etwas klärt man auf anderen Ebenen. Ich verstehe deinen Ärger, aber gerade darum überleg dir mal, welche Initiativen wirklich helfen. Mir fällt spontan das Schulministerium ein….“ User Silfio Ch.: „Genau. Wir müssen an die Öffentlichkeit, Ministerium oder Zeitung. Denn so, wie es aussieht, ist dies ein Problem, was sich in den nächsten Jahren nicht bereinigen lässt.“
Insgesamt macht sich eine Sorge breit: Die Erstklässler der Region Löcknitz werden am ersten Unterrichtstag mit einer Fremdsprache konfrontiert werden, denn eingeschult werden auch Kinder, die ihre Wurzeln im Nachbarland haben, aber diesseits der Grenze zu Hause sind. Wie, so immer wieder eine Frage, regelt das die Grundschule? Können unter diesen Bedingungen die Schüler gleich behandelt werden?
Schulleiterin Silvia Erdmann sagte dazu der Redaktion, dass die Kinder, die Polnisch sprechen, voll in den Klassenverband integriert werden, sie je nach Sprachkenntnis im Fach Deutsch als Zweitsprache zusätzlich unterrichtet werden. Von dem Konzept, der Klasse einen zweiten Lehrer mit Polnisch-Kenntnissen beizugeben, sei die Schule vor langer Zeit abgegangen: Die Schüler hätten sich fast ausschließlich nur auf diesen Lehrer konzentriert; die gewünschte Integration habe nicht so stattgefunden, wie erhofft. „Deutsch als Zweitsprache“ unterrichten zusätzlich zwei Lehrer. Allerdings seien auch dafür die räumlichen Bedingungen nicht gut.

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