Nordkurier.de

Handwerkern gehen die Lehrlinge aus

VonFred Lucius

Während die Firmenchef verzagen, freuen sich
die jungen Leute: Sie haben bei der Suche nach einer Lehrstelle gute Chancen.
Es gibt in unserer
Region mehr freie Ausbildungsplätze als unversorgte Bewerber.

Pasewalk.Das war vor einigen Jahren nicht vorstellbar: Es gibt mehr Lehrstellen als Bewerber. Genau das ist jetzt in der Region Pasewalk/Strasburg und Ueckermünde der Fall. Hier sind 186 Ausbildungsplätze nicht besetzt. Dem stehen nach Angaben von Jutta Kasel, Teamleiterin der Arbeitsagentur, 139 unversorgte Bewerber gegenüber. Demnach kommen rechnerisch auf einen Bewerber 1,33 Stellen. Der Arbeitsagentur sind von Firmen, Behörden und Einrichtungen in der Uecker-Randow-Region bislang 303 Stellen gemeldet worden. Als Bewerber haben sich bis Ende April 195 Jugendliche registrieren lassen. „Wir haben eine deutlich verbesserte Situation als im vergangenen Jahr. Viele Unternehmen haben Probleme, ihre Stellen zu besetzen. Das gilt vor allem für kleine Firmen und das Handwerk“, sagt Kasel. Das hängt auch damit zusammen, dass im Vergleich mit dem Vorjahr die Zahl der gemeldeten Stellen nicht so stark sank wie die der Bewerber. Bis Ende April 2012 wurden der Arbeitsagentur 322 Ausbildungsplätze angezeigt, 2013 sind es 19 weniger. 2012 meldeten sich 269 Bewerber, in diesem Jahr sind es 74 weniger. Deutlich zurückgegangen ist der Anteil von Altbewerbern auf eine Lehrstelle. 2012 betrug ihr Anteil an allen Bewerbern 42,4 Prozent, gegenwärtig sind es 34,9 Prozent. „Entweder ist das auf die insgesamt bessere Versorgung der Jugendlichen mit Lehrstellen zurückzuführen. Oder viele Altbewerber melden sich nicht mehr bei uns, weil sie sich keine Chance auf eine Stelle ausrechnen“, erklärt die Teamleiterin. Offen sind vor allem Stellen im Einzelhandel und im Hotel- und Gaststättenwesen. Bis auf den Kfz-Mechatroniker werden von den männlichen Bewerbern Ausbildungsplätze im Handwerk nicht mehr so stark nachgefragt wie früher. „Allerdings fehlt es nicht wenigen Jugendlichen an ausreichenden schulischen Leistungen für Berufe wie Elektriker“, sagt Kasel. Viele Jugendliche würden sich zudem bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz überregional orientieren.

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×