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In Blumenhagen zieht ein großes Gewitter auf

Von unserem Mitarbeiter
Günter Schrom

In Blumenhagen
brennt die Luft. Nichts
läuft wie geschmiert: zwischen den Vereinen
und Bürgern knirscht es mächtig im Getriebe.

Blumenhagen.Ein Bürgermeister muss gelegentlich auch schlichten! Peter Fischer, Bürgermeister der Großgemeinde Jatznick und nun auch zuständig für Blumenhagen, versuchte das jüngst – auf der Einwohnerversammlung in Blumenhagen. Wegen Unstimmigkeiten zwischen den Bürgern und Vereinen, insbesondere zwischen der Ortsgruppe der Volkssolidarität und dem Sportverein SV 90 e.V., hatte Fischer in das Gemeinschaftshaus eingeladen. Rund 60 der 364 Einwohner kamen. Mit dabei die Mitglieder der Gemeindevertretung Jatznick Volker Berg, Frank Bollmann, Frank Westphal und Elke Becker, die Vorsitzende des Sozialausschusses.
„Die Gemeinde sind wir, die Einwohner in den Dörfern, die das Leben und das Zusammenleben eigenständig gestalten müssen. Die Gemeindevertretung kann dafür nur die Rahmenbedingungen schaffen“, sagte Fischer. Die Fusion mit Blumenhagen und Klein Luckow habe die Gemeinden wieder handlungsfähig gemacht. Die Erhöhungen der Grundsteuer A und B sowie der Hundesteuer seien im Wesentlichen die direkten Steuereinnahmen für die Gemeinde. „Offen ist jedes weitere Jahr. Derzeit gibt es keinen Kreishaushalt. Offen sind die Höhe der Kreis- und Amtsumlage und die Altschuldenumlage in Höhe von 60 Millionen Euro, die in zehn oder 15 Jahren zu begleichen ist und die den schleichenden Tod der Kommunen bedeutet“, gab das Gemeindeoberhaupt zu bedenken. Das sind die großen Probleme.
Stärker indes interessierten die kleinen Probleme und Sorgen die Blumenhagener: Was passiert mit alten, in Privatbesitz befindlichen Gebäuden, die das Dorf verunstalten? Wer ist für die Schneeräumpflicht zuständig? Was passiert mit den Gehwegen am Neubau, die dem Land oder der Kirche gehören? Wer ist verantwortlich für die Ausbesserung von Gehwegen, die nach der Verlegung von Kabeln durch die Telekom nicht ordnungsgemäß wiederhergestellt wurden?
Bürgermeister Fischer hatte sich im Vorfeld dazu kundig gemacht und wird nun den Bauausschuss bitten, sich des Themas Gehwege anzunehmen. Nach Prüfung der Mauerwerksfeuchtigkeit soll die Fassade am Gemeindehaus 2013 neu gestaltet werden.
Die Volkssolidarität (VS) und der Sportverein diskutierten heiß über die Nutzung des Saales. Gefordert wurde, für die Nutzung eine Gebühr festzulegen und eine neue Nutzungsordnung zu beschließen. Dazu verlas Ingrid Swoboda von der VS-Ortsgruppe einen bitterbösen anonymen Brief über die Art und Weise ihres Auftretens. Bürgermeister Fischer entschuldigte sich für den anonymen Schreiber. „Frau Swoboda und Frau Kreipel haben im Interesse der Gemeinde unser Dorfgemeinschaftshaus ehrenamtlich und unentgeltlich in ihrer Freizeitverwaltet und bewirtschaftet, und wir hoffen, dass das auch künftig so sein wird. Beide genießen unser Vertrauen“, sagte auch Ortsvorsteher und Gemeindevertreter Volker Berg, der auf ein anonymes Schreiben an die Gemeindevertretung reagierte. „Die Diskussion unter den beiden Vereinen geht schon über einen längeren Zeitraum. Ich fordere alle zur Einigkeit auf, um gemeinsam die kulturellen Traditionen in der Gemeinde fortzusetzen. Wir sitzen alle in einem Boot“, sagte Ortswehrführer Christian Berndt und lud Vertreter der Vereine und Bürger zu einer Gesprächsrunde in die Feuerwehr ein.

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