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In wenigen Tagen beginnt Tilos Therapie

VonFred Lucius

Endlich! Jetzt geht esfürTilo Sykora ins israelische Tel Aviv. Der Strasburger leidet an der unheilbaren Krankheit ALS und kann nach einer beispiellosen Spendenaktion im Ausland behandelt werden. Die Familie ist unsagbar glücklich.

Uckermark.Alles ist organisiert. Die Tickets liegen bereit. Am 14. Juni startet der an ALS erkrankte Tilo Sykora per Flugzeug von Berlin Richtung Tel Aviv in Israel. Begleitet wird er von seinem Vater Heinz sowie einem Cousin seiner Mutter Marita. „Wir hatten gedacht, dass wir schon im Mai fliegen können. Aber da war der behandelnde Professor Shimon Slavin noch in den USA. Wir warten so ungeduldig, dass es nun endlich losgeht“, erzählt Heinz Sykora. Bei dem renommierten wissenschaftlichen und medizinischen Leiter des Internationalen Zentrums für Zelltherapie hat Tilo am 16. Juni einen Termin. Die Ergebnisse von in Deutschland vorgenommenen Untersuchungen sind bereits nach Israel geschickt worden.
Am 17. Juni schließlich wird dem dreifachen Familienvater Knochenmark und Gewebe entnommen. Daraus neu gezüchtete Zellen sollen dann nach drei Monaten in einer Schweizer Klinik wieder eingepflanzt werden. In die Behandlung setzt die Familie die große Hoffnung, den Krankheitsverlauf zu stoppen.
Inzwischen hat die Familie auch eine entfernte Verwandte „ausgegraben“. „Wir haben gewusst, dass es in Israel weitläufige Verwandtschaft gibt. Kontakt bestand aber nie“, erzählt Heinz Sykora. Es handelt sich um eine entfernte Cousine seiner Frau. Dort werden sie auch wohnen. „Für uns ist das die Chance, Kosten zu sparen. Außerdem ist es mit der Verständigung einfacher, weil die Verwandtschaft Deutsch, Englisch und Hebräisch spricht“, erläutert Tilos Vater.
Dass die Behandlung im Ausland für den 36-Jährigen möglich wird, ist einer beispiellosen Spendenaktion zu verdanken. Dank vieler kleiner und großer Spenden aus der Region, aber auch anderen Teilen der Bundesrepublik kamen nach einem Aufruf in unserer Zeitung innerhalb weniger Tage Ende März die notwendigen 25 000 Euro zusammen. „Durch die Spendenaktion sind auch Kontakte zu Leuten entstanden, die an der gleichen Krankheit leiden. So zu einem Mann in Ueckermünde und einer Frau auf Rügen“, berichtet Heinz Sykora. Die Frau wolle sich ebenfalls einer solchen Therapie unterziehen. Im Fernsehen hat die Familie gerade erst wieder eine Sendung gesehen, bei dem eine Stammzellen-Behandlung eines ALS-Erkrankten zur Verbesserung des Gesundheitszustandes geführt habe. „Wir sind voller Zuversicht, dass es auch bei Tilo klappt“, sagt Heinz Sykora. Dass sich immer wieder Leute nach seinem Befinden erkundigen, sei in Ordnung. Das zeige, welche Anteilnahme es gibt, meint der Strasburger.

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f. lucius@nordkurier.de

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