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Info aus erster Hand: In China isst man keine Katzen

Der 16-jährige Li Heyi aus Harbin in Ostchina ist als Gastschüler derzeit in Deutschland. Er wohnt in Blumenhagen. Er war in die Regionale Schule Strasburg eingeladen, um über sich und sein Heimatland zu erzählen. Hier zeigt er Michelle (links) und Jasmin, wo er lebt.  FOTO: f. lucius
Der 16-jährige Li Heyi aus Harbin in Ostchina ist als Gastschüler derzeit in Deutschland. Er wohnt in Blumenhagen. Er war in die Regionale Schule Strasburg eingeladen, um über sich und sein Heimatland zu erzählen. Hier zeigt er Michelle (links) und Jasmin, wo er lebt. FOTO: f. lucius

VonFred Lucius

Das Land China steht auf dem Lehrplan der siebten Klasse an der Regionalen Schule Strasburg. Diesem Thema nähern sich die Schüler auf interessante Art und Weise. Unter anderem mit einem Gast aus Fernost.

Strasburg.Eines will Li Heyi auf jeden Fall loswerden. „Schreiben Sie, wir essen keine Katzen“, sagt der 16-Jährige und meint das völlig ernst. Zu oft schon ist Li bei seinem inzwischen sechs Monate dauernden Aufenthalt in Deutschland nämlich danach gefragt worden. Allerdings nicht von den Schülern der siebten Klasse in der Regionalen Schule Strasburg, bei denen der Austauschschüler aus dem chinesischen Harbin an diesem Tag zu Gast ist. Eingeladen wurde Li, der zurzeit am Pasewalker Gymnasium in der neunten Klasse lernt, von Susanne Borgwald. Die Geografie-Lehrerin behandelt mit ihren Strasburger Schülern derzeit das Land China. Nicht nur trockener Unterrichtsstoff wird da vermittelt. Es wird gekocht – ein chinesisches Gericht mit viel Gemüse. Und beim Thema China bietet sich der Besuch eines Schülers aus dem Land in Fernost geradezu an.Und so muss Li auch eine ganze Menge Fragen zu seiner Person, zu seiner Famile und Heimat sowie zu seinen Plänen beantworten. Staunen in der Runde, als er beispielsweise erzählt, dass in seiner Heimatstadt Harbin mehr als drei Millionen Menschen leben und die Privatschule, in der er lernt, 7000 Schüler besuchen. Pfingsten endet der Aufenthalt des 16-Jährigen in Deutschland, der bei Familie Berg in Blumenhagen wohnt.
Doch schon im August wird Li wieder nach Deutschland kommen. In Annaberg wird er dann weiter zur Schule gehen. „Ich will in Deutschland studieren, Maschinenbau“, berichtet Li, der Autos mag. Und die deutschen Autobauer hätten die beste Technik, findet er. In China hat er gute Aussichten auf einen Job bei einem Autohersteller, wenn er im Ausland studiert hat und auch die deutsche Sprache beherrscht. Bei Audi oder BMW arbeiten, davon träumt der junge Mann.
„Wir hatten schon immer die Idee, einen Gastschüler aufzunehmen“, sagt Lehrerin Claudia Berg. Über ihre Tochter Katharina, die am Pasewalker Gymnasium lernt, hat sie erfahren, dass Li ein neues Zuhause sucht, weil die Unterbringung in der bisherigen Gastfamilie nicht mehr möglich war. „Da ist aus unserer Idee schnell Wirklichkeit geworden“, so Claudia Berg.

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