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Landwirt: Das ist Willkür in den Ämtern!

In unmittelbarer Nähe des Betriebshofes Rosenthal der Agrargesellschaft Neuensund befindet sich ein Löschteich. Die frostfreie Entnahme von Wasser wird hier gefordert. Am Dorfeingang gibt es zudem noch einen Teich.  Foto: F. Lucius
In unmittelbarer Nähe des Betriebshofes Rosenthal der Agrargesellschaft Neuensund befindet sich ein Löschteich. Die frostfreie Entnahme von Wasser wird hier gefordert. Am Dorfeingang gibt es zudem noch einen Teich. Foto: F. Lucius

Das kann dauern. Und dies muss Ottomar Wahl geahnt haben. Vorsorglich hat der Geschäftsführer der Neuensunder Agrargesellschaft daher den Bauantrag für eine Mehrzweckhalle am Standort Rosenthal bereits am 6. November 2012 bei der Baubehörde des Kreises gestellt. „Auch nach fünf Monaten war es bisher nicht möglich, uns eine Baugenehmigung für das geplante Investitionsvorhaben zu erteilen. Eine Ablehnung unseres Antrages liegt zurzeit ebenfalls nicht vor“, ärgert sich der Landwirt.

 

Am 11. März habe das Bauamt mitgeteilt, dass wegen einer angeblich fehlenden Löschwasserabsicherung das Vorhaben nicht durchgeführt werden kann. Es sei zugesichert worden, gemeinsam mit der Stadt Strasburg das Problem kurzfristig zu klären. „Inzwischen sind wieder fünf Wochen vergangen, ohne Aussicht auf eine Lösung. Das ist reine Willkür“, zürnt Ottomar Wahl. Es gebe in Rosenthal einen Dorfteich und einen Löschteich. Die Feuerwehr habe zugesichert, bei einer Eisschicht das Eis aufzuschneiden, um an Wasser zu kommen. Das Bauamt fordert allerdings eine frostfreie Wasserentnahmestelle. Der Geschäftsführer verweist darauf, dass die Baumaßnahme mit Planung und Vorbereitung – Ausschreibung, Vergabe und Projektierung – bereits einen erheblichen finanziellen Umfang angenommen hat.

 

„Sollte unser Bauantrag nicht bis spätestens zum 30. April genehmigt werden, kann das Bauvorhaben aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr wie vorgesehen durchgeführt werden. Es sollte zur nächsten Ernte wirksam werden“, sagt der Geschäftsführer und fordert eine kurzfristige Erteilung der Baugenehmigung. Komme diese nicht, seien Schadenersatzforderungen die Folge. Bürgermeister Norbert Raulin zufolge verfügt die Stadt noch über keinen genehmigten Haushalt. „Damit können Investitionen, für die es keine vertragliche Bindung gibt, nicht ausgeführt werden. Das ist hier der Fall“, sagt er.

 

Außerdem hänge die Realisierung durch die Stadt von der Höhe der Investition ab. Derzeit würden Preise ermittelt. „Es ist bekannt, dass die Stadt nicht ausreichend mit Finanzen ausgestattet ist. Deshalb gehen solche Investitionen meist auch nur mit den Beteiligten. Das ist kein böser Wille von uns“, sagt Norbert Raulin. Ottomar Wahl indes sitzt die Zeit im Nacken. Er würde der Stadt auch Geld für die Investition vorschießen, damit sich endlich etwas regt.

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