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Löcknitz: Vorsicht! Hier sind Gauner am Werk

Freitag zwischen 10 und 11 Uhr. Bei Heidemarie Koch in Löcknitz klingelt das Telefon. Die nette Stimme verkündet eine frohe Botschaft. Sie, Heidemarie, hätte gewonnen! 96 000 Euro – allein diese Zahl lässt das Herz schneller schlagen. Reisen, kleine Renovierungen – da schießt einem doch gleich durch den Kopf, was man mit so viel Geld machen kann. Heidemarie Koch indes bleibt ruhig, hinterfragt den Sachverhalt und will wissen, warum sie gewonnen hat und was sie nun tun muss. Gewonnen, so hieß es, habe sie im Zusammenhang mit ihren Bestellungen bei einem Versandhandel.

Deshalb habe man schon ihre Kontonummer. Und einleiten müsse sie nicht viel, um an den Gewinn zu kommen: Nur 4800 Euro zur Geschäftsabwicklung auf ein Schweizer Konto überweisen... Heidemarie Koch fragt bei ihrer Bank nach, und jetzt hat sie Gewissheit: Hier sind Betrüger am Werk. „Mir geht es jetzt darum, andere Bürger zu warnen: Fallt nicht auf derartige Anrufe ein!“ Betrugsversuche im Zusammenhang mit Gewinnspielen treten wöchentlich auf, sagte Denise Lemke, Sprecherin der Polizeiinspektion Anklam. „Geldforderungen vor einer Gewinnübergabe sind höchst unseriös. Hier müsste jeder erkennen, dass es sich nur um eine Betrugsmasche handeln kann. Wenn der Anrufer darauf verweist, dass er bereits im Besitz der Kontonummer ist, dann müssen auch alle Alarmglocken läuten. Ihr Ratschlag: Beim Versandhandel nachhaken. Auf keinen Fall einen Nummernabgleich vornehmen, auch das kann eine Falle sein. „Auch wenn Hannelore Koch nicht zu den Geschädigten gehört: Sie kann eine Anzeige wegen des Verdachtes auf Betrug stellen“, sagt Lemke.

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