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Nach 16 Jahren: Straße wird fertig

Die Straße „Am Sportplatz“ in Jatznick ist für jeden Autofahrer eine Zumutung. Schlagloch an Schlagloch führt zu den schönen Häusern. Nach 16 Jahren soll sie endlich fertiggestellt werden. Doch die Berechnungsgrundlage der Erschließungsbeiträge löst nicht gerade Freude bei den Grundstücksbesitzern aus.  Foto: R. Nitsch
Die Straße „Am Sportplatz“ in Jatznick ist für jeden Autofahrer eine Zumutung. Schlagloch an Schlagloch führt zu den schönen Häusern. Nach 16 Jahren soll sie endlich fertiggestellt werden. Doch die Berechnungsgrundlage der Erschließungsbeiträge löst nicht gerade Freude bei den Grundstücksbesitzern aus. Foto: R. Nitsch

Von unserem Redaktionsmitglied Rita Nitsch

Die Jatznicker Straße „Am Sportplatz“ wird nach 16 Jahren vollendet. Die Anlieger machen sich nun aber große Sorgen um hohe Erschließungsbeiträge. Ein Vorleistungsbescheid über 80 Prozent der Kosten soll bereits im Dezember ins Haus flattern.

Jatznick. 16 Jahre lang lag die Jatznicker Straße „Am Sportplatz“ im Dornröschenschlaf, nur der Unterbau war fertig. Jetzt plötzlich sollen Nägel mit Köpfen gemacht und eine Schwarzdecke gezogen werden. Doch die Bürger können manches nicht verstehen und wundern sich, dass sie jetzt noch für Fehler aus den Vorjahren mit hohen Erschließungsbeiträgen bluten sollen. Vor einigen Monaten machte das Innenministerium der Gemeinde Druck, endlich das „Werk“ zu vollenden. Da sich die Gemeinde in der Haushaltskonsolidierung befindet, übernimmt das Land die Kosten für die zehn Prozent Eigenanteil. Offen sind jedoch noch aus den Jahren 1997 bis 1999 rund 200 000 Euro Erschließungsbeiträge, die es auf die Anwohner bis heute umzulegen gilt.

Hinzu kommt jetzt das Geld zur Vollendung der Straße– rund 93 000 Euro inklusive Straßenlampen. Der Baustart soll in wenigen Tagen erfolgen. Dazu gab es jetzt eine Anliegerversammlung, zu der rund 30 Bürger kamen. Die meisten mit sorgenvollen Mienen, denn vorherige Anfragen auf Gemeindevertretersitzungen wurden aus Sicht der Bürger nie tiefgründig beantwortet. Da wurde von formalen Fehlern bei der B-Plan Erstellung gesprochen.

Auf der Anliegerversammlung erfuhren die Bewohner von Sigor Schult vom Ingenieurbüro „Niemann, Schult & Partner“ einiges über den Bauablauf. Geplant ist eine Asphaltstraße von 3,50 Metern Breite mit einem überfahrbaren Bankett. „Wir haben die Tragfähigkeit des Unterbaus nochmals geprüft und ihn für ausreichend befunden“, so Sigor Schult. Nur sollten vom Trink- und Abwasserzweckverband sowie von der Telekom und anderen Nutzern die Leitungen überprüft werden, die im Boden liegen. Nicht, dass die Straße nach einiger Zeit wieder wegen Schäden an den Leitungen aufgerissen werden muss.

Da die neue Deckschicht rund 15 Zentimeter hoch wird, machen sich doch einige Anlieger Gedanken, ob das Regenwasser dann auf ihr Grundstück fließt und die Keller voller Wasser stehen. Sigor Schult jedoch beruhigte die Anlieger. Er erläuterte, dass die vorhandenen Mulden für die Regenentwässerung ausreichend sind, um die anfallenden Wassermengen aufzufangen.

In der nächsten Woche geht es auch schon los mit den Arbeiten. Die Anlieger müssen daher zeitweilig mit Einschränkungen rechnen, die die Zufahrt zum Grundstück betreffen. Die Bauarbeiter werden den Einwohnern beratend zur Seite stehen. Ende Mai soll die Straße „Am Sportplatz“ fertig sein.

Doch was bleibt, ist die immer wieder gestellte Frage: Was muss ich bezahlen? Dazu war von Kerstin Müller aus dem Bauamt des Amtes Uecker-Randow-Tal zu erfahren, dass die Bürger je nach Anlage mit 3,80 bis 8,11 Euro pro Quadratmeter rechnen müssen. Die Berechnungsgrundlage bezieht sich bis auf 40 Meter in die Tiefe
des Grundstücks. Sie bot an, nach Terminvereinbarung unter der Rufnummer 03973 206722, jederzeit für Fragen der Anlieger da zu sein.

Bürgermeister Peter Fischer informierte ergänzend, dass aus der Rechnung für die Erschließungsbeiträge jegliche Fördermittel und ABM-Leistungen herausgenommen werden. Erst nach Fertigstellung der Straße wird der Betrag für jeden Grundstückseigentümer auf Heller und Pfennig feststehen. Der Vorausleistungs-
bescheid über 80 Prozent soll im Dezember 2013 ausgereicht werden. Für manch einen Bürger ein trauriges Weihnachtsgeschenk. Glück hat, wer noch zu D-Mark-Zeiten ein voll erschlossenes Grundstück von der Gemeinde gekauft hat. Diese Anlieger müssen nämlich keine weiteren Beiträge entrichten.

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