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Pfeifend und mit viel Dampf gefeiert

Einige Fahrgäste machten sich den Spaß und erschienen zu der Schau um den Pasewalker Lokschuppen herum in der Mode von anno dazumal. Mit einer Dampflok fuhren fast 200 Fahrgäste bis nach Löcknitz, von dort mit Bussen nach Stettin. [KT_CREDIT] FOTOs: A. Schneider
Einige Fahrgäste machten sich den Spaß und erschienen zu der Schau um den Pasewalker Lokschuppen herum in der Mode von anno dazumal. Mit einer Dampflok fuhren fast 200 Fahrgäste bis nach Löcknitz, von dort mit Bussen nach Stettin. [KT_CREDIT] FOTOs: A. Schneider

Kaiserliches Wetter für eine Reise wie zu Kaisers Zeiten. Die Rede ist von der Fahrt mit der Dampflok von Pasewalk nach Stettin, Anlass war der 150. Geburtstag der Inbetriebnahme dieser Fahrstrecke. Deshalb wurde auf dem Gelände des ehemaligen Pasewalker Bahnbetriebswerks das ganze Wochenende gefeiert – ein großes Volksfest, das alleine am Sonnabend rund 800 Gäste zählte, Fahrzeugpräsentationen und eine Oldtimer-Rallye waren weitere Publikumsmagnete. Der Höhepunkt aber war die Fahrt mit der Dampflok.
Mehr als 200 Gäste hatten sich schon Monate zuvor angemeldet – alle Plätze waren ausverkauft. Dann die ernüchternde Nachricht: Die polnischen Behörden überlegten es sich eine Woche vor der Fahrt anders – es gab keine Genehmigung für die historische Passage auf polnischem Gebiet. Die Fahrt mit der Lok war also nur noch bis Löcknitz möglich, danach ging es mit Bussen weiter nach Stettin. Das kostete natürlich Anmeldungen – aber 192 Fahrgäste haben sich dennoch für den Ausflug entschieden.
So ging es am Sonntag um 9 Uhr morgens los. Bahnsteig 4a war voll und es gab viel zu bestaunen. Damen, gekleidet wie anno dazumal, Schaffner und Zugbegleiter in historischen Uniformen und die Kaiserlich-Königliche Regimentskapelle im Originalgewand mit Pickelhauben posierten vor der Kamera. Pünktlich dampfte die Lok ein, die Fahrgäste machten es sich in den Abteilen bequem. Mit ihrem unverkennbaren Signalhorn, zischend und rauchend setze sich die Lok in Bewegung und versprühte ihren historischen Charme. Entlang der Gleise hatten sich viele Zuschauer schon mit ihren Kameras bereitgestellt, andere winkten fröhlich. Nur eine viertel Stunde und damit viel zu schnell war die Fahrt bis Löcknitz vorbei, aber die Laune der Gäste bestens.
Als dann noch die Regimentskapelle aufspielte, fühlte man sich wirklich wie im vorletzten Jahrhundert. Nach der Fahrt mit dem Schienenersatzverkehr, sprich den Bussen, zum Hauptbahnhof in Stettin, wartete schon die nächste Attraktion. Vier Trambahnen, Baujahr 1952, standen bereit, um die Gäste ins Museum für Technik und Kommunikation zu ruckeln. Ungewohnt für unsere heutige Zeit, mussten alle Weichen auf dem Weg dorthin per Hand gestellt werden.
Im Museum wurden die Gäste schon im Bistro erwartet. Gulaschsuppe und Bratwurst verströmten verführerische Düfte. Frisch gestärkt hatte man in den folgenden zwei Stunden Zeit, das Museum zu erkunden. Es ist randvoll mit Fahrzeugen, die in Polen früher gängig waren.
Mit ihrem Galgenhumor tauften sie den Oldtimer „Syrena“, einen Pkw aus polnischer Produktion, beispielsweise Socke, wegen seines Geruchs oder Hühnerfänger, wegen der gegenläufig öffnenden Türen, mit denen man im Dorf Federvieh fangen konnte.
In der Zweiradabteilung beeindruckend der Alba, das älteste Motorrad, das im Jahre 1919 bei Stettin hergestellt wurde.
Mit einem Konzert der Regimentskapelle, die bereits seit über 20 Jahren zusammenspielt, viele Auftritte hat und sich gerne mehr im Landkreis präsentieren möchte, verabschiedeten sich die deutschen Gäste vom Museumsgelände.
Die Rückfahrt verlief auf dem selben Weg wie die morgendliche Anreise. Ein gelungener und wunderschöner Ausflug, an den sich alle Beteiligten gern erinnern werden.

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