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Polen und Deutsche löschen zusammen

Notfalltraining: Kameraden der Wehren Grambow und Wollin bergen aus einem Gebäude einen Verletzten.
Notfalltraining: Kameraden der Wehren Grambow und Wollin bergen aus einem Gebäude einen Verletzten.

Von Rainer Marten

Ein brennendes Auto, Kameraden der Feuerwehr in Schutzkleidung, bisweilen sehr deutliche Kommandos, und das in zwei Sprachen. Penkun erlebt den
1. Deutsch-Polnischen Ausbildungstag der Feuerwehren.

Penkun. Die Männer stecken in der Schutzkleidung; die Visiere der Helme sind heruntergelassen. Mit Schneider und Spreizer machen sie sich am Auto zu schaffen, trennen Holme auf, um am Ende eine verletzte Person zu bergen. Das ist eines der Bilder, das sich den Zuschauern am Sonnabend in Penkun bietet. Ein anderes Szenario spielt sich in der Scheune ab: Qualm dringt aus dem Gebäude. Wieder müssen die Kameraden unter Vollschutz antreten. Dieses Mal geht es darum, Vermisste in dem Raum zu finden. Innen ist es stockfinster. Und der Lichtkegel der Handlampen erfasst nur kurze Strecken. Am Ende wird der Verletzte doch gefunden und in Sicherheit gebracht. „Länger als drei, vier Minuten darf eine solche Suche nicht dauern“, erklärt Penkuns Wehrführer Maik Weber. Für den Gesuchten kann es Sekunden später dann schon zu spät sein.

19 Wehren, darunter sechs Wehren aus Polen, vier Wehren aus Brandenburg und neun aus dem Amtsbereich Löcknitz-Penkun richteten Pfingsten in Penkun den
1. Deutsch-Polnischen Ausbildungstag ab. Vor Ort ist auch der Gefahrenzug des Landkreises.

Die Penkuner hatten im Gelände der Frühdeutschen Siedlung eine Reihe von Stationen aufgebaut, um eine möglichst breite Ausbildung absichern zu können. „Es gibt die Stationen Einheiten im Löscheinsatz, Strahlrohrtraining, Taktik und Innenangriff, Notfalltransport und den Einsatz der Atemschutzträger. Wenn die Verständigung über Mimik und Gestik nicht klappt, dann greifen alle auf Anita Olejnik zurück, eine Dozentin an der Stettiner Universität, die alles übersetzt. „Bei den angereisten polnischen Feuerwehrmännern handelt es sich zum Teil um Kameraden der Berufsfeuerwehr, die natürlich über einen ganz anderen Wissensstand verfügen als wir“, sagte Maik Weber. „Da kann man wirklich nur lernen.“

Höhepunkt des Ausbildungstages war schließlich ein Feuerszenario. Die Wehren wurden alarmiert, mussten am Ende verunfallte Kameraden einer Feuerwehr retten. „So etwas läuft am Ende ab wie ein ernsthafter Einsatz“, sagt Maik Weber.

Gemeinsame Ausbildungstage hat es in der Vergangenheit schon mehrere gegeben. In dieser Größenordnung allerdings noch nie. Gefördert wurde der Tag über die Pomerania. Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Kameradschaftsabend.

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