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Samba tanzen mit kaputten Knien? Klar, im Sitzen!

Eine der ältesten Besucherinnen war mit 90 Jahren Ingeburg Funk. Ihr Blutdruck und auch der Blutzucker waren bestens.
Eine der ältesten Besucherinnen war mit 90 Jahren Ingeburg Funk. Ihr Blutdruck und auch der Blutzucker waren bestens.

Von unserem Redaktionsmitglied
Rita Nitsch

Was sie tun müssen, um auch im hohen Alter noch mobil zu sein, das erfuhren die älteren Semester jetzt bei einem Aktionstag in Pasewalk.

Uecker-Randow.Wer glaubt, mit 90 Jahren kann man nicht mehr fit sein, der irrt. Ingeburg Funk ist das beste Beispiel. Sie war gestern die älteste Besucherin der Veranstaltung „Mobil im Alter“ in Pasewalk – und fit wie ein Turnschuh! Zweimal in der Woche geht sie zum Turnen und engagiert sich im Seniorenbeirat der Stadt Pasewalk. Seit sieben Jahren lebt die rüstige Seniorin im betreuten Wohnen von St. Spiritus. „Das mit dem rechtzeitigen Umziehen war eine gute Entscheidung. Ich fühle mich einfach gut“, sagt sie. Und beim Test ihres Blutdrucks und des Blutzuckers am Stand des Cura-Seniorencentrums war man sehr überrascht – beste Werte.
Seit 21 Jahren engagiert sich Gerlinde Will in der Frauenselbsthilfe nach Krebs. „Mich hält mein Garten fit“, sagt sie. Einmal in der Woche nutzt sie das Angebot der Paswalker AWO, dort Sport zu treiben. Gäste der Großveranstaltung waren auch Mitglieder der Tanzgruppe „Paseta“ um Marion Mertin. Gespannt warteten die Besucher auf den Auftritt. Doch es kam anders. Die Tänzer luden zu einer Samba im Sitzen ein. Mancher fragte sich, wie das wohl gehen soll. Doch es dauerte nur einige Minuten, dann wurde nach rhythmischen Klängen in die Hände und auf die Oberschenkel geklatscht. „Bewegen kann man sich bis ins hohe Alter“, sagt die Tanzlehrerin. Eine Möglichkeit sei eben auch so ein Stuhltanz.
Wie man zu Hause sicher leben kann, das thematisierte das DRK . Auch der Organspender-Ausweis wurde angesprochen. „Wenn jeder mitmacht und den Ausweis ausfüllen würde, könnte allen geholfen werden, die ein neues Organ benötigen“, ist sich Marion Lass, Kreisausbildungsleiterin beim DRK, sicher.
„Für mich ist meine ehrenamtliche Arbeit im Treff des Schwerhörigen-Ortsvereines in Pasewalk Fitness“, erzählt die 67-jährige Karla Lug. In den vergangenen Jahren habe sie durch die Arbeit in den Behindertenbeiräten der Stadt und des Kreises erfahren, wie viele Leute Hilfe und Unterstützung benötigen. „Doch sind es immer noch zu wenige, die die vielen Möglichkeiten, die gerade für Senioren und Behinderte in der Region geboten werden, nutzen“, sagt Karla Lug.
Nicht jeder Besucher der Veranstaltung im Historischen U wusste, dass es im Pasewalker Gebäude des Landratsamtes einen Pflegestützpunkt gibt. „Bei uns kann jeder eine kostenlose und neutrale Beratung rund um die Pflege bekommen“, informiert Ralf Limp, Leiter des Stützpunktes. Ob Fragen zur Pflegestufe, Patientenverfügung, Schwerbehinderung oder Pflege von Familienangehörigen, alles könne man bei den Sprechstunden dienstags und donnerstags erfahren.

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