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Schneeschmelze gibt Dreck im Idyll frei

Völlig vermüllt ist die Badestelle am Glasower See.  FOTOs: Eberhard Rogmann
Völlig vermüllt ist die Badestelle am Glasower See. FOTOs: Eberhard Rogmann

Von unserem RedaktionsmitgliedEberhard Rogmann

Die Polizei ermittelt gegen Unbekannt wegen illegaler Müllverkippung am Seeufer.

Teterow.Der Glasower See ist in diesen Tagen eigentlich ein Naturidyll. Lautstark streiten sich zwei Gänse um den Brutplatz im Röhricht. Aus dem Schilf tönt das Geschnatter zahlreicher Enten, ein Schwanenpaar zieht majestätisch seine Bahn auf dem Wasser. Das Ufer oberhalb des Badestegs jedoch bietet ein ganz anderes Bild. Unter dem schmelzenden Schnee kommt eine einzige Abfallhalde zum Vorschein. Alter Teppichboden und Spanplatten liegen hier, eine riesige geknüllte Plastikplane, mehrere prall gefüllte Müllsäcke ungewissen Inhalts sind über etliche Quadratmeter verstreut. Dazwischen Autoteile, Bauschaum, sogar Spielzeug.
Aus unterschiedlichen Perspektiven fotografiert Polizeihauptmeister Andreas Engel den verkippten Unrat. Einige Stücke in dem Haufen untersucht er eingehender. So einen alten Autokühler und etliche Spraydosen sowie einen Kanister. „Sollten sich darin Reste von Flüssigkeiten befinden, kommt neben der illegalen Abfallentsorgung gegebenenfalls der Straftatbestand der Umweltgefährdung dazu“, erläutert der Beamte. Der Hinweis eines Teterowers hatte ihn auf die Spur gebracht. Der eine wie der andere können den Vorfall nur mit verständnislosem Kopfschütteln kommentieren. Wer macht denn so was? Der See liegt einsam in der Landschaft, der Anfahrtsweg ist mehrere Kilometer lang, außerdem geht es einen Steilhang hoch. Bei den winterlichen Bedingungen der letzten Wochen kein gutes Terrain. Viel einfacher ist dagegen der am Pampower Weg in Teterow gelegene Wertstoffhof zu erreichen, wo der Unrat ordnungsgemäß zu entsorgen wäre. Die Polizei hat Ermittlungen zu dem Verursacher aufgenommen. Verständigt ist auch die Ordnungsbehörde der Amtsverwaltung Mecklenburgische Schweiz. Ihr obliegt zu veranlassen, dass der Abfall hier weggeschafft wird.

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e.rogmann@nordkurier.de

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