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Seit zehn Jahren hoch auf dem gelben Wagen

Seit zehn Jahren ist die Kreckower Postkutsche in der Region der Brohmer und Helpter Berge unterwegs. [KT_CREDIT] FOTO: Fred Lucius
Seit zehn Jahren ist die Kreckower Postkutsche in der Region der Brohmer und Helpter Berge unterwegs. [KT_CREDIT] FOTO: Fred Lucius

VonFred Lucius

Sie ist ein Hingucker, wenn sie durch die Gegend rollt: die gelbe Postkutsche des Landwirts Friedrich-Ernst Wilfarth.Seit zehn Jahren wirbt sie für die Region der Brohmer und Helpter Berge.
Gestern wurden die Pferde für eine Geburtstagstour angespannt.

Woldegk/Strasburg.Anton, Rollo und Oecy lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Trubel und viele Leute sind die beiden Kaltblüter und der Lipizzaner gewöhnt. Ruhig lassen sie sich das Pferdegeschirr von Gerhard Dittmann und Friedrich-Ernst Wilfarth auf dem Pfarrhof zwischen Woldegk und Strasburg anlegen. In wenigen Minuten werden Anton, Rollo und Oecy vor die große, gelbe Postkutsche gespannt. Auf geht es dann zur Geburtstagsfahrt mit zwei weiteren Kutschen und zahlreichen Gästen nach Woldegk. Seit nunmehr zehn Jahren wirbt die Postkutsche für die Region der Brohmer und Helpter Berge.
Angeschafft wurde der Nachbau eines Originals von 1873 seinerzeit von der Kreckower Agrar GmbH, deren Chef Friedrich-Ernst Wilfarth ist. Gefördert wurde das Projekt, dass den Tourismus in der Region beleben soll, damals durch den Bundeswettbewerb „Regionen aktiv“. „In den vergangenen zehn Jahren ist die Postkutsche gute 10000 Kilometer gefahren“, sagt Friedrich-Ernst Wilfarth, der sich um die Vermarktung der Kutsche kümmert.
Prominente Gäste wie der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag Frank-Walter Steinmeier und die Ministerpräsidenten Mecklenburg-Vorpommerns haben schon darauf Platz genommen. Bei einer Musikveranstaltung mit 20000 Besuchern stimmte Volksmusiklegende Gotthilf Fischer von der Postkutsche aus das Lied „Hoch auf dem gelben Wagen“ an – das übrigens der in Pasewalk geborene Apotheker Heinz Höhne (1892–1968) komponiert hat. „Das ist doch ein schöner regionaler Bezug. Als mobiles Werbemittel eignet sich die Postkutsche bestens. Wer durch Strasburg oder Woldegk fährt, vergisst die Fahrt womöglich irgendwann. Wenn er hier aber auf der Kutsche gesessen hat, denkt er daran zurück“, ist sich der engagierte Landwirt sicher. Eigentlich müsste es mehr solcher Gefährte in der Region geben, findet er. Aber es gebe zu wenig Leute, die Pferde halten und Kutsche fahren können.
„Als Tourismusverein Helpter & Brohmer Berge begleiten wir diese Initiative für einen sanften Tourismus“, sagt Vereinsvorsitzender Norbert Raulin. Er erinnert daran, dass die Kutsche auch bei den drei Kaltbluttreffen in der Region die Besucher begeisterte. Mit der neuen Namensgebung des früheren Fremdenverkehrsvereins Brohmer Berge wolle man auch die Woldegker Region stärker einbinden. Die verschiedenen Angebote, Veranstaltungen und Aktionen könne man so besser verbinden, meint Raulin.

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f.lucius@nordkurier.de

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