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Sie brüten: Neun Jahre Warten auf den Adler haben nun ein Ende

Freude im Wildtierland:
Die majestätischen Vögel nisten auf einem ausgedienten Strommast – ein Erfolg, um den sich Naturschützer
lange bemüht haben.

Klepelshagen.Ein Fischadler-Paar brütet im Wildtierland Klepelshagen auf den Flächen der Deutschen Wildtier Stiftung. Die Freude bei den Mitarbeitern der Stiftung ist groß, denn auf dieses Ereignis mussten sie neun Jahre lang warten. Solange ist es her, dass mit Hilfe des Energieunternehmens E.ON edis eine Nisthilfe auf einem ausgedienten Strommast gebaut wurde. „Es ließ sich zwar manchmal einer der Fischadler blicken, aber zur Brut kam es nicht“, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Wildtier Stiftung.
Das Brutpaar in Wildtierland Gut Klepelshagen ist ein großer Erfolg der Naturschutzarbeit. Der Tiefstand des Fischadlerbestandes durch Umweltgifte war in Mecklenburg-Vorpommern mit unter 40 Brutpaaren in den 1970er Jahren erreicht. „Die positive Entwicklung der vergangenen 30 Jahre darf nicht darüber hinweg täuschen, dass der Fischadler immer noch gefährdet ist“, betont Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung.„Die majestätischen Vögel sind an ihren Brutplätzen sehr störanfällig“, betont Münchhausen. „Freizeitaktivitäten vertreiben die Tiere. Verschmutzte Gewässer und die Vernichtung alter Horstbäume spielen ebenfalls eine große Rolle.“ Auch der Tod durch Starkstromleitungen Windkraftanlagen seien Ursachen für die schwierige Situation des Fischadlers.
Doch jetzt wird in Klepelshagen das erste Mal gebrütet. Während das Weibchen hauptsächlich auf den Eiern sitzt, wird es vom Männchen versorgt und nur kurz beim Brüten abgelöst. Erst 60 Tage nach dem Schlüpfen sind die Küken dann flugfähig.
Das Brutpaar geht hauptsächlich am Galenbecker See und auf den Teichen im Wildtierland auf Fischfang. Wenn Fischadler ihre Beute schlagen, ist das ein eindrucksvolles Schauspiel. Sie fliegen über das Wasser und unterbrechen die Suche durch Rütteln – der Vogel steht förmlich über der Wasseroberfläche. Typisch ist auch das Stoßtauchen. Die Fische sind im Durchschnitt 300 Gramm schwer. Auch wenn die Beute heftig zappelt, gelingt es dem kraftvollen Vogel aus dem Wasser aufzufliegen. Die Sohlen seiner Zehen haben stachelartige Schuppen, die Krallen sind scharf und gebogen, so hält er den Fisch fest in den Fängen.

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