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So schnell gibt es keinen Spiegel

Begeisterung sieht anders aus: Uwe Hinz, Jürgen Zur und Pasewalks Ordnungsamtsleiter Erhard Wodäge (von links) diskutieren den Sinn eines Verkehrsspiegels an der Gneisenaustraße/Rudolf-Breitscheid-Straße. Die Stadt sicherte eine Prüfung der Anfrage zu.   FOTOS:R. Marten
Begeisterung sieht anders aus: Uwe Hinz, Jürgen Zur und Pasewalks Ordnungsamtsleiter Erhard Wodäge (von links) diskutieren den Sinn eines Verkehrsspiegels an der Gneisenaustraße/Rudolf-Breitscheid-Straße. Die Stadt sicherte eine Prüfung der Anfrage zu. FOTOS:R. Marten

VonRainer Marten

Muss es gleich ein Verkehrsspiegel sein?
Also noch eine Verkehrsleit-Einrichtung mehr in Pasewalk? Wirklich begeistern konnte diese Anwohner-Idee Pasewalks Ordnungsamtsleiter
Erhard Wodäge nicht.

Pasewalk.Montag, 10.30 Uhr. Einmündung Gneisenaustraße/Rudolf-Breitscheid-Straße. Das ist jene Einmündung, die es aus Anwohnersicht in sich hat. Gefährlich sei es, dort in die Vorrangstraße einzubiegen. Noch gefährlicher, wenn direkt vor der Einmündung zur Breitscheitstraße Autos parken (der Nordkurier berichtete). Was vier Wochen im Rathaus ruhte – die Bürgeranfrage von Uwe Hinz und Jürgen Zur zu diesem Problem – kam nach der Nordkurier-Veröffentlichung gestern in Schwung.
10.30 Uhr also. Der Ordnungsamtsleiter biegt in die Gneisenaustraße ein. „Sieh an, der Herr Wodäge bringt den Spiegel sogar schon mit...“, frohlockte Uwe Hinz, als Erhard Wodäge in einiger Entfernung aus dem Wagen stieg und etwas Dunkles in der Hand hielt. Was der Ordnungsamtsleiter bei sich führte, war kein Spiegel, sondern eine Aktentasche...
Im strittigen Einmündungsbereich bot sich dem Behördenchef ein unverfälschtes Bild: Meter vor der Einmündung parkten zwei Autos – im zulässigen Abstandsbereich zur Einmündung. Jeder Autofahrer musste dort nun vorbei, um dann in die Breitscheidstraße sehen und schließlich einfahren zu können. Dass die parkenden Autos die Einfahrt erschweren, das sah auch Wodäge ein. Aber: Betrachte man den Verkehrsfluss insgesamt, so handele es sich um eine sehr ruhige Straße, sagte er. Aus der Gneisenaustraße kommend könne jeder so vorfahren, dass er die freie Breitscheidstraße gut einsehen könne. Wer sich an den berühmten Paragrafen 1 der Straßenverkehrsordnung hält, der dürfte hier keine Schwierigkeiten haben: Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert nun einmal ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. Und es gehe immer darum, einen klaren und rechtlich eindeutigen Verkehrsfluss im Blick zu haben – mit einem möglichst kleinen Schilderwald.
Uwe Hinz und Jürgen Zur stimmten dem zwar zu, verwiesen jedoch auf weitere in der Stadt angebrachten Verkehrsspiegel. Notwendig seien diese garantiert nicht überall. Erhard Wodäge schlug vor, in der Verwaltung mehrere Varianten zu prüfen. Diese reichen von einem Zonenparkverbot für das gesamte Wohngebiet über ein Parkverbot im Bereich der Einmündung bis hin zu einer 30 km/h-Zone in der Gneisenaustraße. Darüber hinaus will er die Sinnhaftigkeit aller Pasewalker Verkehrsspiegel prüfen lassen. Die Anwohner werden über die Entscheidung der Stadt informiert.

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