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Strasburger Fahrschullehrer macht Senioren wieder fit

Wilfried Müller betreibt seit 21 Jahren eine Fahrschule in Stras- burg. Er schult Senioren in speziellen Veranstaltungen. [KT_CREDIT] FOTO: F. Lucius
Wilfried Müller betreibt seit 21 Jahren eine Fahrschule in Stras- burg. Er schult Senioren in speziellen Veranstaltungen. [KT_CREDIT] FOTO: F. Lucius

VonFred Lucius

Hunderten Fahrschülern hat Wilfried Müller das Abc
des Straßenverkehrs beigebracht. Doch der Strasburger gibt sein Wissen auch an andere weiter. Regelmäßig schult er Senioren in speziellen Veranstaltungen.

Strasburg.Ist das Blinken eigentlich noch Pflicht? Diese etwas ungewöhnliche, aber ernst gemeinte Frage wurde Wilfried Müller auf einer Verkehrsteilnehmer-Schulung für Senioren gestellt. „Ältere Kraftfahrer sind verunsichert, weil jüngere Autofahrer oft nicht blinken“, erklärt Wilfried Müller. Auch die schwer nachzuvollziehenden Vorfahrtsregeln in der Pasewalker Innenstadt würden Fragen aufwerfen. Vier Autofahrer an einer gleichrangigen Kreuzung, wer fährt zuerst? Darauf hat der Strasburger Fahrschullehrer natürlich eine Antwort. Seit 21 Jahren ist Wilfried Müller selbstständig. Doch sein Wissen reicht er nicht nur an Fahrschüler, sondern auch an Senioren weiter. Für diese gibt es seit September 2010 eigene Verkehrsteilnehmer-Schulungen in Strasburg, acht sind es inzwischen gewesen.
Initiiert wurde die Veranstaltungsreihe vom Seniorenbeirat. Auch die Stadt unterstützt das Projekt . „Ich habe auch nicht gedacht, dass wir so lange durchhalten. Jetzt sind wir schon bei 80 Teilnehmern, sodass wir zu einem Thema zwei Veranstaltungen durchführen. Besser sind eigentlich kleine Gruppen. Da kann man intensiver auf Fragen und Problem eingehen“, sagt der 58-Jährige. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer liege über 70 Jahre, der älteste ist über 85. Die, die kein Auto mehr fahren, sind in der Minderheit.
Themen für die zweistündigen Veranstaltungen gibt es ausreichend. Anregungen kann sich der Strasburger auch beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat holen, bei dem es das Programm „sicher mobil“ für ältere Verkehrsteilnehmer gibt. „Fit im Verkehr“, „Clever unterwegs“, „Warum macht er das?“ oder „Ich hab da mal gehört“ sind einige Bespiele für zahlreiche Themen. Manche würden auch von Teilnehmern vorgeschlagen. „Nicht nur im Straßenverkehr gibt es immer wieder Neuerungen. Auch die Technik ändert sich rasant. Beim Golf I dauerte es 20 Jahre bis der Nachfolger kam. Jetzt kommt alle drei Jahre ein neues Auto einer Marke“, verdeutlicht Wilfried Müller. Den Älteren das Autofahren zu verbieten, davon hält der Strasburger nichts. Viele seien mit 75 noch fit, andere schon mit 60 nicht mehr, argumentiert er.

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