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Umstrittener Funkmast: Was sagt der Denkmalschutz?

VonRainer Marten

In Freienstein stehen zahlreiche Gebäude
unter Denkmalschutz.
Wer dort bauen möchte, kommt um eine Stellung- nahme der Unteren Denkmalschutzbehörde nicht umhin. So auch die Erbauer des Funkmastens nicht, den die Freiensteiner ablehnen.

Freienstein/Blankensee.Angela Schwebs blättert im Ordner: Gutshaus und Gutsanlage, die Brennerei und Stallungen, etliche Nebengebäude – das alles steht in Freienstein, dem zur Gemeinde Blankensee gehörenden Wohnplatz, unter Denkmalschutz. Für diesen Ort wird, wie berichtet, geprüft, ob ein Mobilfunkmast errichtet werden kann. Die Mitarbeiterin des Sachbereiches Denkmalpflege/Denkmalschutz der Kreisverwaltung hat auf Nachfrage bisher weder eine offizielle Anfrage noch Baupläne vorzuliegen. Sie hat nur von den Überlegungen erfahren. „Wenn ein solcher Bauantrag eingereicht wird, dann greift für einen Standort mit einer historisch wertvollen und geschützten Bausubstanz das Denkmalschutzgesetz des Landes Mecklenburg-Vorpommern“, sagt sie. Ohne den konkreten Fall bewerten zu wollen – ihre Behörde prüft alle Bauanträge auf der Grundlage des § 7 des Denkmalschutzgesetzes. „Genehmigungspflichtige Maßnahmen sind laut Gesetz auch Überlegungen, in der Umgebung von Denkmalen Maßnahmen durchzuführen, die das das Erscheinungsbild oder die Substanz des Denkmals erheblich beeinträchtigen“, zitiert sie den Absatz zwei im Paragraf § 7 des Gesetzes.
Wie berichtet, hatten sich die Bürger von Freienstein mit einer Petition an die Gemeindevertretung in Blankensee gewandt, sich gegen einen Mobilfunkmast in Freienstein auszusprechen. Sie verwiesen dort auch auf den historischen Wert ihres Ortes. „Wir wünschen uns eine ehrliche und konstruktive ergebnisoffene Diskussion über die Errichtung eines Funkmastes und eine Bürgerbeteiligung bei einer eventuellen Standortsuche“, ließen die Freiensteiner der Gemeindevertretung wissen.
Blankensees Bürgermeister Alfons Heimer ließ zwischenzeitlich der Redaktion wissen, dass auch er von Anbeginn gegen einen Mobilfunkmast innerhalb der Ortslage von Freienstein ist, der Mast selbst aber zwingend erforderlich ist, um auch über das Mobilfunknetz kommunizieren zu können.

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r.marten@nordkurier.de

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