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Volkshochschul-Projekt existiert noch

Von unserem Redaktionsmitglied
Angela Stegemann

Ist die zum Jahresbeginn aufgelöste Sozialagentur Ostvorpommern Schuld daran, dass die Arbeitslosenzahlen plötzlich so in die Höhe schnellen? Kurt Rabe, bis zur Jahresmitte 2012 Chef
eben jener Sozialagentur, will die Vorwürfe nicht auf
sich sitzen lassen. Er
sucht weiter nach Gründen,
warum es mehr Arbeitslose gibt.

Vorpommern.Seinen Recherchen nach stimmt die Arbeitsmarktstatistik des Jobcenters Vorpommern-Greifswald Nord in einigen Positionen nicht – und damit auch die gesamte Statistik für den Landkreis. „Das ist normal beim Aufbau einer neuen Behörde, so wie in diesem Fall des Jobcenters Nord, sollte aber nicht verschwiegen werden“, sagt Kurt Rabe. Er nennt ein Beispiel: Es erscheinen in der Statistik nur neun Personen in Bürgerarbeit, obwohl es in der Realität über 200 sind. Auch die Anzahl der Arbeitsgelegenheiten mit nur 886 sei zu hinterfragen. „Äußerst auffällig ist der Anstieg der vorruhestandsähnlichen Regelungen von 571 auf 774 Personen von März 2012 zu März 2013. Das sind erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die nach Vollendung des 58. Lebensjahres nicht mehr als arbeitslos gezählt werden. Werden so Arbeitslose gefördert?“, gibt Kurt Rabe zu bedenken. Wie er aufzeigt, werden laut der Statistik des Jobcenters Vorpommern-Greifswald Nord und laut Statistik der Bundesagentur die Integrationen in den ersten Arbeitsmarkt im ersten Quartal dieses Jahres mit 432 ausgewiesen. Im Vergleich zu 2012 seien das aber 151 weniger. Interessant ist für den Chef der ehemaligen Sozialagentur auch der Anstieg in der Position „kurzfristige Arbeitsunfähigkeit“. Von März 2012 zu März 2013 stieg sie von 189 auf 338 Personen. Kurt Rabe: „Kann so die Arbeitslosigkeit gesenkt werden?“
Am meisten ist er darüber erstaunt, dass das Projekt der Volkshochschule des Kreises mit der Sozialagentur kritisiert wird. „Im Jahr 2012 wurden dadurch 567 Menschen in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse gebracht. Davon sind 150 Personen über 50 Jahre, 417 unter 50 Jahre. Außerdem wurden drei Personen in eine Ausbildung vermittelt“, meint Kurt Rabe. „So schlecht kann das Projekt nicht gewesen sein, denn es existiert immer noch.“

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