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Von einem Wassermann, der auch als Rentner nicht vom Wasser lassen kann

19 Jahre leitete Werner Blödorn die Geschicke des Trink- und Abwasserzweck-  verbandes Uecker-Randow, Süd-Ost. Beim Abschied aus dem Berufsleben dankte er besonders seiner Frau Ingeborg, die ihm all die Jahre den Rücken für die Arbeit frei hielt.  FOTO: R. Nitsch
19 Jahre leitete Werner Blödorn die Geschicke des Trink- und Abwasserzweck- verbandes Uecker-Randow, Süd-Ost. Beim Abschied aus dem Berufsleben dankte er besonders seiner Frau Ingeborg, die ihm all die Jahre den Rücken für die Arbeit frei hielt. FOTO: R. Nitsch

VonRita Nitsch

Ein Mann, der sein halbes Arbeitsleben mit Wasser
zu tun hatte, geht in den Ruhestand – Werner Blödorn. Auch als Rentner will er dem nassen Element treu bleiben – als Angler
und Norwegenfahrer.

Pasewalk.„Das Wasser ist ein freundliches Element für den, der damit bekannt ist und es zu behandeln weiß“, ließ schon 1809 Johann Wolfgang Goethe in seinem Novellenzyklus „Die Wahlverwandtschaften“ verlauten. Und einer, für den das Wasser zu einem Teil des Lebens wurde, ist Werner Blödorn. 19 Jahre war der 63-Jährige als Geschäftsführer des Trink- und Abwasserzweckverbandes Uecker-Randow, Süd-Ost, tätig. Jetzt hat er sich in den Ruhestand verabschiedet.
Zeit, zurück zu blicken. Mit der Wende wurde der Diplom Agraringenieur Ökonom zunächst Gemeindedirektor von Rollwitz und danach Leitender Verwaltungsangestellter des Amtes Uecker-Randow-Tal. 1994 wählten die Rollwitzer Werner Blödorn zu ihrem Bürgermeister. Als Gemeindeoberhaupt war er auch gleichzeitig Mitglied des Trink- und Abwasserverband es.
Als es darum ging, im neuen Verband neue Strukturen zu schaffen, wurde er gefragt, ob er nicht bereit wäre, den Geschäftsführerposten zu übernehmen. Im November 1994 wurde er dafür bestellt. Damit begann kein leichter Weg. Die Anlagen waren meist marode. Um kostendeckend arbeiten zu können, mussten Gebühren und Verbandsumlagen erhoben werden, die in den Gemeinden für viel Zündstoff sorgten. 2006 wurde die Solidargebühr eingeführt. „In den vergangenen 20 Jahren haben wir 15 Millionen Euro in den Trinkwasser- und 45 Millionen Euro in den Abwasserbereich investiert“, erinnert sich Werner Blödorn. Die neueste Anlage, die jetzt gerade gebaut wird, ist eine Klärschlammvererdungsanlage in Löcknitz.
Außerdem sind heute 85 Prozent der Einwohner des Flächenverbandes an das zentrale Abwasser- und 99 Prozent an das zentrale Trinkwassernetz angeschlossen. Seit elf Jahren sind die Gebühren stabil. 1,93 Euro sind für den Kubikmeter Trinkwasser und 4,47 Euro für den Kubikmeter Abwasser zu zahlen.
Alles Dinge, an die Werner Blödorn als Geschäftsführer einen großen Anteil hat. Jetzt nimmt er als Geschäftsführer Abschied. Während eines Empfangs haben ihm die Mitglieder der Verbandsversammlung persönlich gedankt. Viele stellten ihm die Frage: Werner, wie verbringst du jetzt deinen Ruhestand? „Ein Rentnertag hat auch nur 24 Stunden, und die Zeit könnte knapp werden“, antwortet er lachend. Eines steht fest: Er will auch künftig dem Wasser treu bleiben – als Norwegenfahrer, Angler und Kapitän auf seinem kleinen Kajütboot. „Auch im Haushalt habe ich schon einiges übernommen“, sagt er stolz. Nur Einkaufen, Wäsche waschen und Bügeln sei Aufgabe seiner Frau geblieben. Daran wolle er auch gar nicht erst rühren.
Für seine Frau Ingeborg hatte Werner Blödorn noch eine besondere Überraschung parat: ein Strauß Rosen. Schließlich war sie es, die ihm stets den Rücken frei hielt – sei es während der acht Jahre, als er sich als junger Ehemann auf Schulbänken herumgedrückt hatte oder während der Zeit als Geschäftsführer des Zweckverbandes. „Künftig werden wir vieles gemeinsam unternehmen. Dazu gehört demnächst eine Reise nach Moskau und St. Petersburg“, kündigt der 63-Jährige an.
Werner Blödorn verlässt einen gut aufgestellten Zweckverband. Ab dem 1. Mai werden die Geschicke des Unternehmens Petra Behnke als kaufmännische Geschäftsführerin und Uwe Menz als technischer Geschäftsführer leiten.

Kontakt zur Auotrin
r. nitsch@nordkurier.de

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