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Was gegen Schimmel zu Hause hilft

Über Schimmelbefall in
ihren Wohnungen haben Mieter in Strasburg geklagt. Sie wollen ausziehen. Der Vermieter sieht die Ursache für den Befall darin, dass nicht richtig geheizt und gelüftet wird. Fred Lucius sprach mit Horst-Ulrich Frank von der Verbraucher- zentrale Neubrandenburg.

Können nicht auch bauliche Fehler Ursache von Schimmel sein?
Trotz Sanierung gibt es sicher auch Baufehler. Möglich ist vieles. Eventuell ist eine Balkontür nicht dicht. Allerdings fallen bei sanierten Wohnungen die Wärmebrücken weg, an denen sich Schimmel bilden kann. Bei sanierten Wohnungen ist es schwer zu sagen, es liegt an der Bausubstanz. Nach unseren Erfahrungen ist es so, dass meist falsch gelüftet und geheizt wird.

Was kann man dabei falsch machen?
Es ist schwer, die Mieter von einem richtigen Heiz- und Lüftungsverhalten zu überzeugen. Ein gekipptes Fenster alleine reicht längst nicht aus. Durch Kochen, Duschen und Waschen fällt eine Menge Luftfeuchtigkeit an. Bis zu 14 Liter Feuchtigkeit sind es, die eine dreiköpfige Familie im Durchschnitt täglich an die Raumluft abgibt. Die muss raus. Außerdem sparen die Leute wegen hoher Energiekosten. Das heißt, sie heizen wenig und lüften falsch. Es gibt viele Fehler. Zum Beispiel abends nach dem Duschen. Da werden die Türen zum Wohn- oder Schlafzimmer geöffnet, um die Wärme aus dem Bad zu verteilen.

Der Vermieter stellt über mehrere Tage Messgeräte auf, um Luftfeuchtigkeit und Temperatur zu erfassen. Die Protokolle zeigen dann Werte bei der Luftfeuchtigkeit von bis zu 90 Prozent. Das muss man doch merken, oder?
Viele Mieter sind den ganzen Tag zu Hause und bekommen nicht mit, wie hoch die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung ist. Bei 90 Prozent Luftfeuchtigkeit über längere Zeit müsste die Tapete von der Decke fallen. Richtig
lüften heißt eigentlich stoßlüften. Dafür sollten man die Fenster weit öffnen. Eine Faustregel sagt: fünf bis zehn Minuten pro Lüftungsvorgang reichen. Das stimmt pauschal. Aber das hängt vom Wetter ab. Eigentlich gehört in jeden Raum ein Thermometer und ein Hygrometer.

Was rät die Verbraucherzentrale?
Man muss sich den konkreten Fall ansehen. Das kann ein unabhängiger Fachmann der Verbraucherzentrale machen. Für Hartz-IV-Empfänger ist das kostenfrei. Darüber hinaus bieten wir für Mieter kostenpflichtige Detail- und Basischecks zu Energieeinsparungen und Gebäudechecks für Hauseigentümer an. Wir sind mit der Energieberatung beispielsweise auch in Pasewalk und Löcknitz.

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