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Wie geht es weiter mit Freilichtmuseum?

Von Rainer Marten

Es war ein Tod auf Raten: Zwei Jahre lang kämpfte der Verein Freilichtmuseum Penkun ums Überleben. Zum 1. Juni löst er sich auf. Das Vermögen fällt der Stadt Penkun zu.

Penkun. Die großen Feste sind lange vorbei. Auch die Besucher taten sich in den vergangenen Jahren immer schwerer, das rund vier Hektar große Areal des Vereins Freilichtmuseum Penkun, direkt am Ufer des Schloss-Sees, zu besuchen. Arbeitskräfte, in der Regel des zweiten Arbeitsmarktes, fehlten, um alles zu pflegen. Dem Verein traten kaum neue Mitglieder bei. Baufälligkeit machte sich am Torgebäude und den Lehmhütten breit.

2012 wurden erste Bereiche für die Besucher zeitweise gesperrt. Im 14. Jahr nach dem Baubeginn des Slawendorfes und im 13.Jahr nach der Vereinsgründung kommt nun das Aus. Auf der jüngsten Jahresversammlung beschlossen die verbliebenen Mitglieder, die Vereinstätigkeit zum 1. Juni zu beenden. Laut Satzung fällt das Vermögen der Stadt Penkun zu. Die protokollarische Übernahme ist bereits erfolgt, informierte Penkuns Bürgermeister Bernd Netzel. Das Gelände gehört ohnehin der Stadt und war dem Verein verpachtet worden.

In knapp eineinhalb Jahrzehnten wurde auf dem ehemaligen Gelände der Penkuner Schweinezucht ein Slawendorf mit reetgedeckten Gebäuden errichtet. Penkuner Miniaturbauten im Maßstab 1:3 ergänzten die frühdeutsche Siedlung. Es handelte sich um Gebäude, die im Zuge der Kriege verloren gegangen waren oder abgerissen wurden. Ein Streichelzoo, ein Kräutergarten, eine Obststreuwiese und eine Findlings-Schau komplettierten das Freilichtmuseum. Die „Siedlertenne“ und die Floßfahrten auf den Penkuner Seen mit Kaffee, Kuchen und Grillen waren aus dem Verein gegründet und privat betrieben worden. Am Ende rechnete sich auch das nicht mehr.

Besuchten in den ersten Jahren bis zu 6000 Gäste die Siedlung, kamen am Ende weniger als 2000 Besucher im Jahr. Aus der Sicht des Bürgermeisters ist das Areal am Schloss-See touristisch zu wertvoll, um es endgültig aufzugeben. Der Penkuner Fahr- und Tourismusverein, etwa 25 Mitglieder zählend, hat vor diesem Hintergrund in seiner Tagung in dieser Woche beschlossen, einen Pacht- oder Nutzungsantrag zu stellen. Debattiert wird das am 5. Juni in der Tagung der Stadtverordneten. Bis dahin will der Verein Ideen entwickeln, wie die Penkuner Gewerbetreibenden im Bereich der Gastronomie und des Tourismus in Zukunft gemeinsam von dem Standort profitieren.

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