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Wo bleiben nur die ganzen Azubis?

Sie kümmern sich um die Lehrlinge im Hotel Pasewalk in der Dargitzer Straße: Ausbildungsleiterin Doreen Hackbusch, Mario Blei (links) als Restaurantleiter und Thomas Pfefferkorn als Küchenchef.  FOTO: F. Lucius
Sie kümmern sich um die Lehrlinge im Hotel Pasewalk in der Dargitzer Straße: Ausbildungsleiterin Doreen Hackbusch, Mario Blei (links) als Restaurantleiter und Thomas Pfefferkorn als Küchenchef. FOTO: F. Lucius

VonFred Lucius

Die Situation auf dem regionalen Lehrstellenmarkt sieht – statistisch betrachtet – recht gut aus. Es gibt mehr Lehrstellen als Bewerber. Doch viele Firmen und Einrichtungen können ihre Plätze nur schwer oder gar nicht besetzen.

Pasewalk. Doreen Hackbusch muss nicht lange überlegen. Warum Lehrstellen im Hotel- und Gastgewerbe schwer zu besetzten sind, hat vor allem einen Grund: Arbeit an Wochenenden und Feiertagen. „Da wollen die Jugendlichen selbst mit ihren Freunden feiern und frei haben“, sagt die Ausbildungsleiterin des Hotels Pasewalk. Wer sich dank guter Leistungen eine Lehrstelle auswählen kann, entscheidet sich daher oft für Berufe ohne diese Wochenend- und Feiertagsarbeit.

 

Früher hatte das Hotel in der Dargitzer Straße meist vier Lehrlinge, aktuell ist es einer, der zur Hotelfachkraft ausgebildet wird und der jetzt ins zweite Lehrjahr wechselt. Im August beginnt eine Jugendliche ihre Lehre zur Fachkraft im Gastgewerbe. Auch Restaurantfachkräfte und Köche bildet das Hotel aus. „Wir hatten eigentlich mehr Bewerber. Aber einige kommen dann gar nicht zum Vorstellungsgespräch. Zum 1. August würden wir noch eine Lehrstelle als Hotel- oder Restaurantfachkraft besetzen wollen“, meint Doreen Hackbusch, die von Restaurantleiter Mario Blei und Küchenchef Thomas Pfefferkorn bei der zwei- und dreijährigen Ausbildung der jungen Leute unterstützt wird. Das Hotel, sagt die Ausbildungsleiterin, bietet den Azubis gute Bedingungen. Überstunden fallen selten an. Sollte dies vorkommen, könnten diese gleich abgebummelt werden. „Nach der Berufsschule muss bei uns keiner arbeiten“, verdeutlicht Doreen Hackbusch. Die Berufsschule und das Internat in Wolgast hätten ein sehr gutes Niveau.

Lehrlingsgeld wird nach den Vorgaben des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) gezahlt. Die rund 20 Mitarbeiter bilden zudem ein junges Team, in dem sie mit ihren 41 Jahren schon zu den Älteren zähle. „Hotelfachkräfte werden eigentlich nach der Ausbildung überall gesucht. Vor allem auch im Ausland“, betont Doreen Hackbusch. Günstig ist bei einem Interesse an diesen Berufen, ein Praktikum zu absolvieren. Denn noch immer gibt es klischeehafte Vorstellungen unter den Jugendlichen. „Hotel ist nicht nur Rezeption“, nennt sie eine solche fälschliche Vorstellung. Auch die Reinigung der Zimmer zähle dazu und vor allem die Arbeit im Restaurant. Letzteres ist in den ersten beiden Ausbildungsjahren der Schwerpunkt. Beim Blick auf den Bewerber sieht die Ausbildungsleiterin nicht nur auf die Zensuren. Die Chemie im Team muss ebenso stimmen wie der Umgang mit den Gästen. Mit diesen haben die Azubis nämlich schon nach etwa einem viertel Jahr Lehrzeit zu tun.

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