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Zu viel Dreck: Springbrunnen bleibt erst einmal aus

Traurige Tagesmütter: Monika Greiff (vorn) und Marita Bank fahren mit den Kindern immer wieder am Springbrunnen vorbei. Aber der plätschert nicht. [KT_CREDIT] FOTOs: A. Stegemann
Traurige Tagesmütter: Monika Greiff (vorn) und Marita Bank fahren mit den Kindern immer wieder am Springbrunnen vorbei. Aber der plätschert nicht. [KT_CREDIT] FOTOs: A. Stegemann

VonAngela Stegemann

Das schöne Frühlingswetter lockt wieder ins Freie.
Nur wer hofft, auf dem Pasewalker Markt am Springbrunnen entspannen zu können, der wird enttäuscht: Kein Wasser sprudelt.

Pasewalk.Der kleine Fabian läuft aufgeregt zu den kleinen Wasserfontänen auf dem Markt. Doch die sind versiegt. „Alle, alle“, sagt der Junge traurig und hebt die Hand. Wenn es in den zurückliegenden Jahren Frühling wurde, dann gab es für die Kinder der Tagesmuttis nur ein Ziel: Den Springbrunnen auf dem Platz. War das schön, wenn die kleinen Hände in die Fontänen griffen und die Kinder vor Freude juchzten! Doch in diesem Jahr machen alle einen Bogen um den Springbrunnen. Die Holzplatte, die ihn über Winter schützte, ist zwar abgenommen, aber Wasser läuft trotzdem nicht. Gereinigt ist das Becken. „Ein Kunstwerk war der kleine Brunnen für mich nie, aber er könnte ja wenigstens funktionieren“, so Tagesmutter Marita Bank. „Hätten wir mal den alten Springbrunnen behalten. Der war robuster“, fügt Kollegin Monika Greiff hinzu.
Die Technik ist offensichtlich sehr anfällig. Das sagt auch Bauamts-Chefin Monika Hänsel. „Der Springbrunnen sprudelt nicht, weil die Düsen nicht funktionieren. Sie sind verstopft. Sowohl die großen als auch die kleinen sprudeln nicht.“ Tatsache ist aber auch, dass die Pasewalker mit dem kleinen Brunnen nicht sehr pfleglich umgegangen sind. Im vergangenen Jahr schwamm zeitweise ein Fisch darin. Zigarettenkippen, leere Schnaps- und Bierflaschen sowie Essensreste und leere Verpackungen – das alles muss der Springbrunnen verkraften. Manchmal quoll Schaum aus dem Becken, weil jemand in der Nacht Spülmittel dort hineingeschüttet hatte. Um ihn wenigstens im Winter vor Randalierern zu schützen, wurde eine Holzplatte darüber gelegt. „Selbst über diese fuhr man mit Fahrrädern“, weiß Monika Hänsel.
Einfach so zu reparieren wie in den vergangenen Sommern gehen die Düsen nicht mehr. Es müssen neue bestellt werden. Auch an der Pumpe plant die Stadt Veränderungen. Kostenpunkt: Rund 10 000 Euro.Dabei ist das Kunstwerk auf dem Markt noch gar nicht so alt. Es wurde erst 2008 eingeweiht.
Das Geld war bisher in der ohnehin klammen Stadtkasse nicht eingeplant. Die Stadt hätte es für wichtigere Dinge gebraucht. „Bis Pfingsten schaffen wir es aber nicht, dass der Springbrunnen wieder geht“, sagt Monika Hänsel.

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