Nordkurier.de

Zu viel Speck? Nur mit Spaß geht er weg

VonAngela Stegemann

Zu viel Fast Food, zu wenig Bewegung – unsere Kinder werden immer dicker.
Sport kann Spaß machen, abnehmen auch. Und das ist besonders wichtig für Kinder. Doch wie funktioniert das mit dem Abspecken und der gesunden Ernährung?

Pasewalk.Rote Gesichter und nach Luft japsende Fünftklässler, die manchmal schwerfällig wirken. „Zu unserer Zeit waren die Spielplätze und Höfe noch gefüllt mit Kindern, die mit dem Seil sprangen, Ball, Federball oder Gummitwist spielten“, sagt Marlis Willmann, pädagogische Mitarbeiterin an der Asklepios Klinik. „Heute bewegen sie oft nur noch ihre Finger“, meint sie. Da außerdem zu viel gegessen wird, sind die Folgen schnell sichtbar: Pfunde setzen sich an. Deshalb unterstützt die Klinik ein Ganztagsschulprojekt der Arnold-Zweig-Europaschule. Die Kinder aus Pasewalk und den umliegenden Dörfern sollen lernen, sich gesund zu ernähren und sich mehr zu bewegen. Und das bei jedem Wetter. Der jüngste Sportnachmittag fiel deshalb trotz des Regens nicht ins Wasser. Er wurde kurzerhand auf den Flur der Chirurgie verlegt. Erstaunte Gesichter bei den Patienten, als die Geräte aufgebaut wurden. Doch sie wollten lieber nicht mitmachen und ließen die Türen zu. Chefarzt Dr. Reinhard Benthin schmunzelt: „Wenn ich es schaffe, komme ich auch noch und mache mit.“
Die Fünftklässler merken schnell, dass Sport auch Spaß machen kann. Bärbel Bettak vom Kreissportbund hat interessante Sportgeräte mitgebracht. Gemeinsam mit Lehrerin Evelyn Jagow weckt sie das Interesse der Kinder an den Geschicklichkeits- und Staffelspielen. Lucy Schröder und Emely David müssen zwar nicht abspecken,
ihnen macht die Bewegung aber sichtlich Spaß. Auch beim Essen achten die Elfjährigen noch nicht auf die Kalorien. Anders bei Patrick Eggers. Der Zwölfjährige möchte unbedingt ein paar Kilos loswerden. „Besonderen Spaß hat mir das Schwimmen im Schwedter Bad gemacht“, erzählt er. Zu denjenigen, die das Abnehmen nicht nötig haben, aber gesünder leben möchten, gehört Lucy Märten. Auch ihre Eltern finden den




Ganztagskurs gut. Die Schüler haben die Rezepte, die sie mit nach Hause bekamen, schon ausprobiert. „Wir haben gesunde Muffins und Nudeln zubereitet“, berichtet das Mädchen.
Bis zum Ende des Schuljahres gibt es noch drei Veranstaltungen, sagt Evelyn Jagow. Auf die Kinder kommen noch ein Parcours der Sinne sowie Besuche im Judozentrum und Lindenbad zu. Falls die Klinik wieder ihr Okay gibt, können ab dem nächsten Schuljahr neue Fünftklässler im Kurs mitmachen. Interessant wäre es aber, in den nächsten Jahren zu schauen, ob es etwas gebracht hat, ob auch die Eltern mitziehen.

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×