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Zukunft der Dörfer hat bei uns schon begonnen

In Glasow und in Krackow sind Carolin Kahlisch, Britta Oertel und Charlotte Oertel (v.l.) inzwischen bekannt. Zusammen mit Hennie Freyse sind sie in den Dörfern unterwegs und befragen die Einwohner.  FOTO: Marten
In Glasow und in Krackow sind Carolin Kahlisch, Britta Oertel und Charlotte Oertel (v.l.) inzwischen bekannt. Zusammen mit Hennie Freyse sind sie in den Dörfern unterwegs und befragen die Einwohner. FOTO: Marten

Von unserem Redaktionsmitglied Rainer Marten

Wie lebt es sich in Glasow, Krackow und dem Umland der Gemeinden?
Die ländlichen Lebens- verhältnisse im Bereich dieser Gemeinden lässt derzeit das Bundesland- wirtschaftsministerium untersuchen.

Glasow/Krackow. Britta Oertel vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung Berlin hat es sich seit dem 3. April im früheren Glasower Kindergarten bequem gemacht. „Irgendwie gefällt mir Glasow. Hier spürt man sofort, dass sich in dem Ort etwas tut“, sagt sie. Seit dem 3. April ist die Wissenschaftlerin zusammen mit ihren drei Projektmitarbeitern nicht nur in Glasow, sondern auch in Krackow sowie in den Ortsteilen unterwegs. Sie und ihr Team hinterfragen die ländlichen Lebensverhältnisse. 150 Interviewpartner sind das Ziel des Teams. Unterwegs sind die Projektmitarbeiter im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, um die 1952 in den alten Bundesländern begonnenen und 1993 auf den Osten erweiterten Untersuchungen fortzusetzen.

Immer die gleichen Dörfer werden in einem 20-jährigen Zeitraum untersucht. Bundesweit sind es 14 Orte, vier davon liegen im Osten. Glasow wird zum zweiten Mal genauer in Augenschein genommen. Lange vor dem Projektstart warb das Institut über Presseveröffentlichungen, über Aushänge und Briefe bei den Bürgern, mitzumachen. Um ein möglichst reales Bild zu erhalten ist es den Projektmitarbeitern wichtig, mit vielen Menschen zu sprechen. „Die sieben beteiligten Forschungsinstitute haben die Frageblöcke zusammengestellt. Sie beziehen sich auf die Komplexe Verkehr, Internet, Wohnverhältnisse, Erziehung, Kinder, Pflege, Netzwerke, Landwirtschaft, Arbeit und Beruf“, klärt sie auf. Wichtig: Alle Angaben werden unter dem Aspekt des Datenschutzes gesammelt.

Das Profil eines Dorfes und einer ganzen Region entsteht, indem unter wissenschaftlichen Aspekten dann die Einzelangaben zu einem Gesamtbild zusammengefügt werden. Interessant wiederum sei am Ende der Vergleich der 14 Dörfer. Gibt es parallele Entwicklungen oder unterscheiden sich ländliche Regionen in den einzelnen Bundesländern? Die Schlussveröffentlichung der Untersuchungen erfolgt voraussichtlich 2014. In der Vergangenheit, sagt Britta Oertel, habe sich auch der Bundestag mit den Untersuchungen beschäftigt. Mein Eindruck ist, dass hier die Zukunft der ländlichen Räume schon begonnen hat und gemeistert wird. Andere Regionen haben diesen Wandel erst vor sich.“

Interessenten können sich ab 10 Uhr im Glasower Kindergarten melden: Tel.: 0177/8030884.

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