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Zwei, die noch Dampfloks steuerten

Zwei, die sich zufällig an ihrem einstigen Arbeitsort wiedertrafen: Wilhelm Seidel (links) und Hermann Falk.  Foto: A. Stegemann
Zwei, die sich zufällig an ihrem einstigen Arbeitsort wiedertrafen: Wilhelm Seidel (links) und Hermann Falk. Foto: A. Stegemann

VonAngela Stegemann

Einmal Eisenbahner,
immer Eisenbahner.
Die beiden ehemaligen Lokführer Wilhelm Seidel und Hermann Falk zieht es auch mit über 80 Jahren an ihren ehemaligen Arbeitsort, allerdings mit gemischten Gefühlen.

Pasewalk.Was für ein Zufall: Da begegnen sich zwei im Pasewalker Lokschuppen, die die vermutlich ältesten noch lebenden Lokführer Pasewalks sind. Hermann Falk ist mit der Familie eigentlich der Dampflok wegen gekommen. Doch die ist nicht mehr da. Nur zum 150-jährigen Eisenbahnjubiläum beehrte diese die Pasewalker. „Ich war über 40 Jahre Lokführer, habe sogar noch Dampfloks gefahren“, erzählt der 84-Jährige stolz. Im Lokschuppen war er seit der Wende nicht mehr. Vielen Eisenbahnern tat es weh, dass der Eisenbahnstandort Pasewalk den Bach hinunterging.
Was ist geblieben von den rund 1500 Arbeitsplätzen? Die Erinnerungen kommen zurück: Im Lokschuppen war Hermann Falk, der heute in Uhlenkrug lebt, schon als Lehrling. Und er berichtet von einem schlimmen Erlebnis, als in den 50er-Jahren ein Schweißapparat in der Halle des Lokschuppens in die Luft flog. Glücklicherweise kamen alle mit dem Schrecken davon. Die Begeisterung für die Eisenbahn erbte Sohn Marco. Der lernte im Lokschuppen Schlosser.
Nach der Wende wurde der Standort Pasewalk geschlossen.Anfang der 90erJahre war alles vorbei. Heute fährt Marco Falk jeden Tag nach Eberswalde zur Arbeit. Der Bahn ist er treu geblieben. „Wir sind zwischen 25 und 30 Eisenbahner aus Pasewalk, die dort hinfahren“, erzählt er.
Der ehemalige Lokführer Wilhelm Seidel war 43 Jahre dabei. Heute ist er 88 Jahre alt. Im Gegensatz zu Hermann Falk war er schon des Öfteren im Lokschuppen. Auch für die Falks wird es wohl nicht der letzte Besuch gewesen sein. Sie sind begeistert, was der Verein daraus gemacht hat – und dass wenigstens er ein Stück Eisenbahnertradition bewahrt.

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