Mi. 20. Juni 2012
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Unfall von Heiko Schulze

40-Tonner kippt in Kurve auf die Seite

Kurz nach Mitternacht bis in die Nachmittagsstunden hinein wird die L 26 zwischen Prenzlau und Drense nach einem Unfall voll gesperrt.

Unfall
Die Fahrerkabine des verunglückten Lkw.
Foto: Heiko Schulze
Drense (hks)  

Ein dröhnendes Geräusch lässt jene Einwohner aus Drense, deren Häuser in Nähe zur Landesstraße L 25 stehen, aus dem Schlaf hochschrecken. Kurz vor Mitternacht verliert der Fahrer eines Lkw mit Sattelauflieger, der aus Prenzlau kommend in Richtung Schmölln unterwegs ist, in der berüchtigten Kurve vor Drense die Kontrolle über sein Fahrzeug.
Einige Räder des circa 40 Tonnen schweren Koloss wühlen sich ins Erdreich. Schließlich kippt das Fahrzeug in voller Länge auf die linke Seite. Der Fahrer kann sich trotz verschiedener Schnittverletzungen aus dem Fahrerhaus befreien. Polizisten, Sanitäter, Rettungsarzt und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr sind wenige Minuten später am Unglücksort.
Den Frauen und Männern aus den Ortswehren Damme, Gramzow und Schmölln steht ein stundenlanger Einsatz bevor. Wochenlang sehnten sich die Uckermärker Regen herbei, ausgerechnet in der Nacht zu gestern erreicht dieser die Region um Prenzlau und erschwert zusätzlich die Einsatzbedingungen. Dieselkraftstoff und Schmierstoffe haben sich in Größenordnung auf der Fahrbahn verteilt. Weit über 30 Säcke Bindemittel müssen eingesetzt werden, um die Flüssigkeiten flächendeckend aufzusaugen und so noch größeren Schäden an der Umwelt zu verhindern. Die Polizisten sperren derweil die Unglücksstelle weiträumig ab. Bereits am Abzweig Bündigershof stehen Fahrzeugführer, darunter nicht wenige Lkw-„Mautpreller“, vor einer Barke.
Dankbar nehmen die Feuerwehrleute wärmenden Kaffee entgegen, den Ilona Nittmann, Ehefrau des Einsatzleiters Reinhard Nittmann und selbst Angehörige der Ortswehr, ihnen zubereitete. Nachdem Klaus Strobel vom gleichnamigen Bergungsdienst aus Bietikow das Wrack begutachtet, wird der Gefahrgutwagen mit Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Prenzlau angefordert. Die Prenzlauer Kameraden pumpen circa 300 Liter Diesel ab. Strobel forderte einen 100-Tonnen-Kran der Firma Brandt aus Schwedt an. Mit dessen Hilfe und der Seilzugwinde des Bergungsfahrzeugs konnte der verunglückte Lkw am Nachmittag wieder auf seine Füße gestellt und auf einer Hubrille zum Betriebsgelände des Bergungsunternehmens in Bietikow abgeschleppt werden.
Die Polizei geht von nicht angepasster Geschwindigkeit als Unfallursache aus, schildert Polizeipresseprecher Gerald Pillkuhn aus Prenzlau. Die angeleitete Manöver des Fahrers seien zusätzlich erschwert worden, da die Ladung – laut Lieferschein Sportgeräte – sich verschoben habe. Die Ermittlungen dauern weiter an.

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