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Australische Volksmesse erklingt am Sonntag auf der Freilichtbühne

George Dreyfus ist für die Prenzlauer kein Unbekannter. 2010 hatte er mit der Stadt und ihren Menschen Freundschaft geschlossen, als er hier eine Woche anlässlich der deutschen Erstaufführung seiner Australischen Volksmesse weilte. Nun kommt er wieder aus dem sommerlichen Melbourne, um anlässlich des Eröffnungsgottesdienstes bei deutlich kühleren Temperaturen den Taktstock in die Hand zu nehmen, um seine Messe auf der Freilichtbühne zu dirigieren.

Kreiskantor Hannes Ludwig hat sich bewusst für Dreyfus’ Musik entschieden. Die Musik einer Bachkantate beispielsweise laufe an diesem Platz Gefahr, vom Wind davongetragen zu werden. Anders die australische Volksmesse, die ursprünglich dazu komponiert worden war, im Gottesdienst von der Gemeinde mitgesungen zu werden. Sie hat durchaus nachdrückliche und instrumentengewaltige Passagen, die sich eher für einen Freiluftstandort eignen. Dennoch wird die Messe wohl kaum von den Gottesdienstbesuchern mitgesungen werden, auch wenn zweisprachige Textblätter vorbereitet sind, denn das Werk wird in englischer Sprache vorgetragen.
Die von Ludwig geleitete Kantorei Prenzlau bietet das gesangliche Rückgrad und wird von Chorsängern verschiedener anderer Chöre des Kirchenkreises unterstützt. Die instrumentale Begleitung der mehr als 60 Sängerinnen und Sänger hat das Preußische Kammerorchester Prenzlau übernommen.

Am Gottesdienst werden der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin Brandenburg Schlesische Oberlausitz, Dr. Markus Dröge, und der katholische Bischofsvikar Dr. Matthias Fenski teilnehmen. Der australische Botschafter Peter Tesch, der väterlicherseits Wurzeln in Angermünde hat, ist eingeladen.

Dreyfus, der 1939 nach Australien auswanderte, ist Musiker und spielte in verschiedenen Orchestern Fagott, bevor er zu komponieren begann. 1977, lange vor seinem ersten Besuch in Prenzlau, schuf er in einem Cafékonzert Musik über einen fiktiven Grafen von Prenzlau. Der Bezug zu Prenzlau war auf einer Fahrt nach Bad Freienwalde entstanden. Fast jedes Jahr kommt Dreyfus nach Berlin, wo er kurze Zeit zur Schule gegangen ist. Von da ist es in die Uckermark, wo er Freunde hat, nicht weit. Ihm liegt die „Australian Folk Mass“, die er 1979 im Auftrag eines ökumenischen Ausschusses in Sydney komponierte, besonders am Herzen. Auch aufgrund seines persönlichen Schicksals formulierte er anlässlich der deutschen Erst-Aufführung: „Die Botschaft dieser Messe ist Verständigung zwischen den Menschen, Wohlwollen und Frieden – nie wieder Krieg.“ Und das ist auch ein gutes Motto für die Eröffnung der Landesgartenschau.

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