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Bundesjury nimmt den Tourismus in der Uckermark unter die Lupe

Blick auf das barocke Gebäude der Gollmitzer Wassermühle, die ihren Strom aus dem „Strom“ gewinnt. [KT_CREDIT] FOTO: Monika STrehlow
Blick auf das barocke Gebäude der Gollmitzer Wassermühle, die ihren Strom aus dem „Strom“ gewinnt. [KT_CREDIT] FOTO: Monika STrehlow

Ein Seiteneinsteiger als Keltermeister, der Ferienwohnungen aus Lehm, Hanf und Strohmatten baut und vermietet. Ein Neu-Müller, der eine denkmalgeschützte Wassermühle betriebsbereit rekonstruiert, Ferienwohnungen installiert und die Energie für das gesamte Objekt aus dem Mühlenbach, dem „Strom“ gewinnt. Es sind nur zwei beinahe alltägliche Beispiele, die die Jury des bundesweiten Wettbewerbs „Nachhaltige Tourismusregionen 2012/13“ in der Uckermark am Freitag genau unter die Lupe nahm.
An dem vom Bundesumweltministerium, dem Bundesamt für Naturschutz und dem Deutschen Tourismusverband erstmals ausgelobten Wettstreit hatten sich 34 Bewerber aus zwölf Bundesländern beteiligt. In einer Vorauswahl wurden kürzlich fünf Finalisten gekürt: unter ihnen auch die Reiseregion Uckermark.

Mit dem Allgäu, dem Bayrischen Wald, der Nordseeinsel Juist und dem Schwarzwald in einem Atemzug genannt zu werden, das war für die Akteure im Norden Brandenburgs eine besondere Auszeichnung. Eine besondere Herausforderung dagegen war es, der Expertenjury die Bemühungen und Erfolge um einen klimafreundlichen Tourismus in der Uckermark innerhalb weniger Stunden nahezubringen.
Die Uckermark kann mit dem Naturtourismus punkten, das sei früh erkannt worden, betonte der Geschäftsführer der Tourismus Marketing Uckermark GmbH, Stefan Zierke. „Wir wollen mit vielen Partnern eine klimafreundliche Region – nicht des Marketings wegen, sondern vom Herzen, weil wir es bereits leben.“ Dazu holte er sich wissenschaftlichen Rat. Mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde etwa wurde ein Netzwerk klimafreundlicher Anbieter entwickelt, dem sich schon über 20 Unternehmer anschlossen.

Dass Naturschutz und Tourismus keine Konkurrenten sein müssen, machten die Vertreter der Großschutzgebiete deutlich. Der Leiter des Naturparks Uckermärkische Seen Roland Resch stellte Projekte vor, die mit dem World Wide Fund For Nature(WWF) entwickelt wurden, um Touristen die geschützten Landschaften zugänglich zu machen. Das Wasser-Wander-Leitsystem etwa sei deutschlandweit beispielgebend.

Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin ist nach den Worten seines Leiters Hartmut Kretschmer dabei, den jüngst zum Weltnaturerbe erklärten Buchenwald Grumsiner Forst auch touristisch zu erschließen. So wie in der Biosphäre gab es auch im Nationalpark Unteres Odertal über Jahre Streit mit Eigentümern und Landwirten um Bodennutzung. „Wir haben die Strategie verändert und gezeigt, dass ein Mit- und Nebeneinander möglich sind“, sagte Nationalparkleiter Dirk Treichel. Das Interesse der Besucher auf die einzigartige Flora und Fauna zu richten, sei ein Geheimnis des Erfolgs. Er nannte Besucher-Highlights wie Kranichwoche und Singschwantage.
Ob die Jury an nur einem Tag alles erfuhr, was es über die Klimafreundlichkeit in der Uckermark zu berichten gibt, ist spätestens am 13.Mai zu erfahren, wenn Bundesumweltminister Peter Altmaier den Sieger kürt .
 

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