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Der einzig echte Investor ist auch noch abgesprungen

Für die denkmalgeschützte Kettenhaus-Ruine hat sich kein potenter Investor gefunden. [KT_CREDIT] FOTO: Spitza
Für die denkmalgeschützte Kettenhaus-Ruine hat sich kein potenter Investor gefunden. [KT_CREDIT] FOTO: Spitza

Aufrecht stehender Bauschutt oder erhaltenswertes Baudenkmal? Über diesen Streit erhitzen sich seit Jahr und Tag die Gemüter. Fakt ist: Gerade jetzt im LAGA-Jahr, wo das Brauereigelände endlich ein ansehnlicher Platz geworden ist, fällt die Kettenhaus-Ruine um sehr mehr störend ins Auge.
Die Stadtverwaltung jedenfalls bereitet jetzt den Abrissantrag für das Gebäude Neustadt 39 vor, wie der Zweite Beigeordnete, Dr. Andreas Heinrich, den Hauptausschuss informierte.

In den letzten sechs Monaten hatte das Rathaus entsprechend eines Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung (DS 105/2012) nochmals versucht, mittels öffentlicher Ausschreibung einen Investor zu finden, der bereit und potent ist, das denkmalgeschützte Barockgebäude zu sanieren. Die Verwaltung hatte dabei ihre Unterstützung zugesichert, bei der Akquirierung jeglich denkbarer Fördermittel zu helfen.

Im Zuge der Ausschreibung meldeten sich drei Investorengruppen. Zwei fielen sofort wieder durch das Ausschreibungsraster, weil sie deutlich mehr als die ausgeschriebenen 986 Quadratmeter Grundstücksfläche haben wollten. Doch die Neugestaltung des Brauereigeländes ist mit bis zu 90 Prozent gefördert worden und unterliegt damit Zweckbindungsfristen von 15 und 25 Jahren. Außerdem konnten beide Investorengruppen nicht die geforderte Finanzierungszusage seitens ihrer Hausbank vorlegen.

Übrig blieb ein dritter Investor, der hier eine Musik-Kita etablieren wollte. Fördermittel aus dem Stadtumbauprogramm in Höhe von 1,2Millionen Euro wären aber notwendig gewesen, das hätte einen städtischen Eigenanteil von mindestens 400 000 Euro bedeutet. Angesichts der defizitären Haushaltslage eine Illusion. Eine zweite Variante dieses Investors wäre die Kettenhaus-Sanierung zum Wohngebäude gewesen. Kostenpunkt: 1,6Millionen Euro. Auch diese Finanzierung wäre nur über eine sogenannte Spitzenförderung realisierbar gewesen. „Dies würde jedoch bedeuten, dass 700 000 Euro einer hundertprozentigen Bund-Land-Förderung bereit gestellt werden müssten. Diese Fördermittel stehen in dieser Größenordnung nicht zur Verfügung“, so Heinrich. Unter Abwägung aller Belange habe der Investor am 28.Mai dem Bürgermeister mitgeteilt, dass er als Investor nicht mehr zur Verfügung stehe. „Somit ist Punkt 1 der Drucksache 105/2012 abgearbeitet, jedoch erfolglos geblieben. Aus diesem Grund greift nun der Punkt 2 der Drucksache: Vorbereitung des Abrissantrages für das Gebäude Neustadt 39.“
 

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