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Der Mann mit der Kettensäge

Am Wismarer Dorfteich steht dieser Adler, den Ingo Arndt aus einer Kastanie geschnitzt hat. Die Verwitterung hält sich in Grenzen, da der Baumstumpf noch Feuchtigkeit aus der Erde zieht.
Am Wismarer Dorfteich steht dieser Adler, den Ingo Arndt aus einer Kastanie geschnitzt hat. Die Verwitterung hält sich in Grenzen, da der Baumstumpf noch Feuchtigkeit aus der Erde zieht.

Von unserem RedaktionsmitgliedFred Lucius

Ingo Arndt aus Wismar bei Strasburg hat als Forstwirt beruflich viel mit Holz
zu tun. Das reicht ihm aber noch nicht. Denn auch in seiner Freizeit werkelt er
mit Holz. Er schnitzt Figuren. Und dies vor allem mit der Motorsäge.

Uecker-Randow.Der Tag war anstrengend. Starkbuchen haben Ingo Arndt und seine Kollegen vom Forstamt Rothemühl an diesem Tag eingeschlagen. „Da ist man am Abend geschafft. Zum Schnitzen habe ich dann nicht mehr so richtig Lust“, gibt der Forstwirt zu, der neben Matthias Schober und Ronald Jorke auch Zapfenpflücker im Forstamt ist. Den Wismarer zieht es zum Schnitzen in seine Werkstatt, wenn er Zeit und Lust hat. „Das ist mein Hobby, mich treibt niemand“, sagt der 49-Jährige, der sich diese künstlerische Arbeit selbst angeeignet hat. Überwiegend mit der Motorsäge formt er seine Figuren.
„Angefangen habe ich mit Pilzen und Igeln“, erzählt Ingo Arndt. Später hat er
Adler und Eulen probiert. „Einige meiner Kollegen schnitzen. Aber jeder auf seine Art, jeder hat seine eigenen Vorstellungen. Ich habe keine Vorgaben, sondern lasse meiner Kreativität freien Lauf“, sagt der Wismarer.
Wie filigran er mit der Motorsäge umzugehen weiß, das kann man beispielsweise am Dorfteich sehen. Dort wurde von der Feuerwehr einst eine Kastanie heruntergenommen. Aus dem Baumstumpf hat Ingo Arndt einen Adler geschnitzt. Der passt schließlich zu Brandenburg. Die Motorsäge ist mit einer Spezialschiene ausgestattet, die unter anderem ein Zurückspringen verhindert. „Am besten eignet sich Eiche, die ist wetterfest. Aber egal, was man macht, man muss schon gut aufpassen. Holz ist kein Eisen. Da kann man nichts anschweißen. Daher muss man sich jeden Schnitt gut überlegen“, erläutert der 49-Jährige. Als Forstwirt muss er immer das Beste aus einem Baum herausschneiden. Es bleiben aber genügend Abschnitte, die sich zum Bearbeiten eignen, sagt er. Ingo Arndt schnitzt für Kollegen, Bekannte, aber auch im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Rothemühler Forstamtes. So steht beispielsweise im
Ueckermünder Haffbad ein hölzerner Delfin. „Das ist schon ein ungewöhnliches Projekt und bislang einmalig für mich“, betont der Wismarer.
Ungewöhnlich sind aber auch Figuren wie der Adler mit Schlange, der beim Grambiner Förster Eckhard
Höppner steht oder der Adler mit Hase, der sein Zuhause bei der Försterin Doris Behrends in Leopoldshagen gefunden hat. Die ein oder andere Figur hat er auch für private Auftraggeber gefertigt. Die müssen allerdings das Holz besorgen, das bearbeitet werden soll. Offen hingegen ist noch eine Figur, die sich seine Frau Kathrin wünscht – ein Buddha. Das dürfte dann aber auch wieder ein einmaliges Projekt für Ingo Arndt werden.

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f.lucius@nordkurier.de

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