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Die Qualität des Essens muss stimmen

„Am 31. Dezember 2013 endet der Vertrag zwischen der Stadt Prenzlau und der GVL Gastronomische Versorgungsleistungs GmbH Berlin sowie dem Brot und Salz Verein zur Förderung der täglichen gesunden Ernährung aus Berlin zur Versorgung der Kinder in den Kitas und Schulen in Trägerschaft der Stadt Prenzlau mit dem Mittagessen. Dies verlangte rechtlich die Neuausschreibung der Leistung zum 1. Januar 2014“, erläutert Bürgermeister Hendrik Sommer noch einmal die Hintergründe zum in den Ausschüssen diskutierten Anbieterwechsel. Anders als bei den bisherigen Ausschreibungen seien diesmal Ende 2012 alle Kita-Ausschüsse, Schul- und Elternkonferenzen aufgerufen worden, Vorschläge zu unterbreiten, was in einer Ausschreibung zu berücksichtigen sei und welche Wünsche noch existierten.
„Es gingen viele Vorschläge ein, nicht nur von Kita-Ausschüssen oder Elternkonferenzen, sondern auch von Schülern. Bei all den Diskussionen um das Mittagessen wurde vonseiten der Verwaltung immer wieder darauf hingewiesen, dass Qualität auch ihren Preis hat. Von den Eltern kam klar und deutlich zurück, dass die Mehrheit bereit ist, etwas mehr Geld auszugeben, wenn die Qualität des Essens stimmt. Das wurde auch so mit dem zuständigen Ausschuss für Bildung, Kultur und Soziales der Stadtverordnetenversammlung kommuniziert, ebenso die Ausschreibungskriterien“, so das Stadtoberhaupt.
Diese Kriterien richteten sich nach den Vorschlägen der Mitwirkungsgremien, der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Brandenburg und nach den Qualitätsstandards für Kita- und Schulverpflegung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Zuschlagkriterien waren die ernährungsphysiologische Qualität des Essens, die Speiseplangestaltung, der Preis, der Anteil der regionalen Produkte, das Bestellverfahren und die Warmhaltezeit.
„Der Preis ging dabei bewusst nur mit maximal 15Prozent in die Bewertung ein. Hauptaugenmerk lag auf den Qualitätskriterien der DGE. Fünf Bewerber für die ausgeschriebende Leistung gab es, darunter leider kein einheimisches Unternehmen, obwohl mit allen potenziellen Anbietern über eine Bewerbungsmöglichkeit im Vorfeld gesprochen wurde und von hier auch der Vorschlag nach kleinen Losen Krippe/Kindergarten und Schule/Hort kam, die auch so ausgeschrieben wurden. Natürlich mag es auch Ursachen dafür geben, denn der Anbieter muss nicht nur das Essen kochen, sondern alle damit in Verbindung stehenden Aufgaben von der Ausgabe bis zur Essengeldkassierung übernehmen“, so Sommer.
Nach den Auswahlkriterien liege die Sodexo SCS GmbH Dresden, Niederlassung Berlin, vorn, die mit dem cook&chill-Verfahren dafür garantiert, dass das Essen nahezu frisch auf den Tisch komme. Cook&chill bedeutet übersetzt „Kochen und kühlen“. Das Essen wird in der Küche in Werder täglich frisch gekocht und direkt nach dem Garprozess auf null bis vier Grad Celsius herunter gekühlt, um es dann punktgenau zur Mittagszeit in den Einrichtungen zu regenerieren. Damit entfallen die Standzeiten und das Essen wird nicht mehr zig Kilometer weit warm herangefahren. „Die verantwortlichen Mitarbeiter der Verwaltung haben sich in Schwanebeck von dieser Art des Angebots überzeugt“, betont Sommer. Die Preise liegen bei 3,04 Euro (Krippe/Kindergarten), 3,13 Euro (Hort/Grundschule) sowie 3,16 Euro (Oberschule/Gymnasium) pro Portion, wobei täglich drei Essen zur Auswahl stehen. „Ein besonderes Angebot macht Sodexo, in dem garantiert wird, dass ein Kind, welches seine Essenbestellung vergessen hat, an dem Tag auf jeden Fall das vegetarische Gericht bekommen kann. Das Bestellverfahren ist ähnlich dem, was auch heute schon bei der GVL üblich ist und von den Eltern vorausgesetzt wird“, so der Bürgermeister. Letztlich entscheide die Stadtverordnetenversammlung am 13. Juni.
 

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